/ 05.06.2013
Heinrich-Böll-Stiftung / die tageszeitung (Hrsg.)
Die Landkarte der Zensur. Erzählungen, Reportagen und Essays für die Freiheit des Wortes aus "Index on Censorship" Aus dem Englischen und mit einer Einleitung von Uta Ruge
Berlin: Ch. Links Verlag 1998; 205 S.; brosch., 24,80 DM; ISBN 3-86153-169-0Seit 1972 publiziert die in London gegründete Zeitschrift "Index on Censorship" Texte, die in ihren Ursprungsländern aufgrund von Zensur nicht erscheinen dürfen. Sie berichtet über die Unterdrückung der Meinungsfreiheit sowie über die Inhaftierung und Bedrohung von Journalisten in allen Teilen der Welt. Seit 1988 werden ausgewählte Beiträge dieser Zeitschrift in deutscher Sprache von der Berliner tageszeitung veröffentlicht. Mit diesem Band wird erstmals eine Zusammenstellung solcher "unterdrückter Texte" aus den Jahren 1988 bis 1998 herausgegeben. Das Eingangskapitel von Ruge stellt die Geschichte von "Index on Censorship" dar und erläutert die pressepolitische Zielsetzung des Projektes.
Aus dem Inhalt: Ein Recht auf Zensur? Essays: Ronald Dworkin: Neue Landkarte der Zensur (102-110); Ursula Owen: Aus Worten können Kugeln werden (111-118); Roger Kimball: Freiheit, die sie meinen (119-125). Unterdrückte Meinung, verheimlichte Wahrheit. Erzählungen: Muzzaffer Abayhan: Demokratie auf der Fähre (128-133); Richard Marinick: Fürs Kino sterben (134-143); Mohamed Mustageb: Frau (144-147); Feride Çiçekoglu: Manche treffen auf Falken (148-152); Guillermo Martinez: Aus der Kleinstadthölle (153-161). Im Visier der Zensoren. Reportagen: Urvashi Butalia: Unmögliche Grenzverläufe. Nicht nur Sex, auch Landkarten können in Indien die Zensur auf den Plan rufen (164-168); Goenawan Mohamad: Die Nervenenden der Wörter. In Indonesien beweist die Zensur auch die Macht von Texten (169-173); Nasr Abu Said: Die Politik der Interpretation. Der Fall Abu Said als Selbstprotokoll (174-184); Alexej Simonow: Noch nicht richtig Fuß gefaßt. Die russischen Medien haben kaum freien Raum, noch immer dominieren Gängelei und Selbstzensur (185-191); Gordon Brotherston / Lúcia Sá: Gelernt, was Coyote will. Über Lyrik und Zensur in Lateinamerika (191-196); Carl Morse: Whitman = Tod. Innenansichten aus einem amerikanischen Schulbuchlektorat (197-205).
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 2.22 | 2.23 | 2.25
Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: Heinrich-Böll-Stiftung / die tageszeitung (Hrsg.): Die Landkarte der Zensur. Berlin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6613-die-landkarte-der-zensur_8937, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 8937
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
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