/ 21.06.2013
Jure Vidmar
Democratic Transition and Democratic Consolidation in Slovenia
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2008 (Marie Jahoda sozialwissenschaftliche Studien 2); 251 S.; pb., 45,50 €; ISBN 978-3-631-57075-3Politikwiss. Diss. Salzburg; Gutachterin: B. Wolf-Wicha. – Der Verfasser untersucht den Prozess des Übergangs zur Demokratie und deren Konsolidierung am Beispiel Sloweniens. Nach einem theoretischen Einleitungsteil, in dem er die Begriffe der Demokratie, Transition, Konsolidierung und jener des Regimes erläutert, wird ein weiterer historischer und anschließend unmittelbar politikgeschichtlicher Überblick gegeben. Dabei stellt sich heraus, dass die Demokratisierung Sloweniens einen Spezialfall darstellt. Als Teil der Bundesrepublik Jugoslawien gehörte das Land nicht zum sowjetischen Block. Im Gegensatz zu den postkommunistischen Transitionsstaaten hatte Slowenien keine Planwirtschaft, sondern das in Jugoslawien herrschende ökonomische Modell des selbstverwalteten Sozialismus (Arbeiterselbstverwaltung) übernommen. Im Vergleich mit den postkommunistischen Staaten und den ehemaligen Militärregimen in Lateinamerika kommt Vidmar zu dem interessanten Ergebnis: „In each transition, whatever type the non-democratic regime may be, democratic institutions need to be crafted. Challenges to these processes do not significantly differ based on the type of the previous non-democratic regime“ (224). Die auffälligsten Unterschiede bleiben für den Autor in den unterschiedlichen ökonomischen Ausgangsbedingungen bestehen, da die lateinamerikanischen Beispiele bereits über ein kapitalistisches Wirtschaftssystem verfügten. Die Rolle der EU schätzt der Autor für den Prozess der Transition hoch ein, sie diente nicht nur „as an inspiration for democratization“, sondern vor allem für den Bereich der Gesetzgebung hält er fest: „The contribution of the EU toward the democratization was much more significant by the direct enforcement of EU legislation“ (230). Im Falle Sloweniens ist zudem der Prozess der Unabhängigkeit und Bildung der Eigenstaatlichkeit gegenüber dem ehemaligen Jugoslawien von entscheidendem Einfluss gewesen, da, so Vidmar, die notwendige Zusammenarbeit zwischen den relevanten Akteuren nur im Kontext dieses weiteren Projektes zu sehen ist.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.61 | 2.2
Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Jure Vidmar: Democratic Transition and Democratic Consolidation in Slovenia Frankfurt a. M. u. a.: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29621-democratic-transition-and-democratic-consolidation-in-slovenia_35064, veröffentlicht am 21.10.2008.
Buch-Nr.: 35064
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Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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