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/ 17.06.2013
Christian Boeser

"Bei Sozialkunde denke ich nur an dieses Trockene ..." Relevanz geschlechtsspezifischer Aspekte in der politischen Bildung

Opladen: Leske + Budrich 2002 (Augsburger Reihe zur Geschlechterforschung 2); 308 S.; kart., 24,80 €; ISBN 3-8100-3445-2
Nach wie vor engagieren sich Frauen deutlich seltener parteipolitisch als Männer. Eine Ursache dafür könnte - so der Autor - darin liegen, dass die politische Bildung möglicherweise zu wenig auf Schülerinnen und zu sehr auf Schüler ausgerichtet ist, sodass sie eines ihrer Hauptziele, nämlich die Motivation zur demokratischen Partizipation bei Frauen nicht zufriedenstellend erreichen kann. Um diese Hypothese geschlechtsspezifisch unterschiedlicher Zugangswege zum und Interessen am Thema, die beispielsweise für den Physikunterricht gut belegt ist, zu untersuchen, führte der Autor umfangreiche qualitative und quantitative Untersuchungen an bayerischen Gymnasien durch, und zwar für das in der Mittelstufe von Gymnasien obligatorische Fach Sozialkunde. Dabei wird deutlich, dass geschlechtsspezifische Aspekte durchaus Relevanz für die politische Bildung haben; u. a. ist der Unterricht zu wenig anschaulich und es fällt Schülerinnen schwerer als Schülern, einen Bezug zum Lernstoff herzustellen; zugleich zeigen Schülerinnen bei gleichzeitig geringerer subjektiver politischer Kompetenz eine größere Partizipationsbereitschaft, die jedoch nicht handlungswirksam wird.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.352.36 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Christian Boeser: "Bei Sozialkunde denke ich nur an dieses Trockene ..." Opladen: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16618-bei-sozialkunde-denke-ich-nur-an-dieses-trockene-_19090, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19090 Rezension drucken
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