/ 04.06.2013
Hermann Lübbe
Zwischen Herkunft und Zukunft. Bildung in einer dynamischen Zivilisation. Mit einem Vorwort von Hubert Christian Ehalt
Wien: Picus Verlag 1998 (Wiener Vorlesungen im Rathaus 62); 59 S.; geb., 14,80 DM; ISBN 3-85452-362-9In dem von Ehalt eingeleiteten Band versucht der Philosoph Lübbe vor dem Hintergrund des zunehmenden Beschleunigungsprozesses der modernen Zivilisation den notwendigen bildungspolitischen Gegenentwurf zu skizzieren, der eine bestandsfähige Handlungs- und Zivilisationsanleitung garantieren kann. Im ersten Teil seines Essays versucht Lübbe anhand der deutlich zunehmenden Musealisierungsphänomene die "Gegenwartsschrumpfung" (32), d. h. die Verkürzung der Zeiträume, für die mit einer Unveränderlichkeit unserer Lebensverhältnisse zu rechnen ist, zu verdeutlichen, um im Mittelteil konkrete bildungspolitische Forderungen aus dieser Entwicklung abzuleiten, in deren Mittelpunkt das Postulat nach der Beschränkung auf alterungsbeständige Lerninhalte steht. Derartige Inhalte ermöglichten ebenso wie der Rekurs auf Religion "als ein Element unserer Lebensverfassung" (44) - so Lübbe in seinem abschließenden Teil - "zivilisationsepochenindifferent[en]" (55) Lebensproblemen zu begegnen.
Wenngleich Lübbe die hier niedergelegten Überlegungen bereits in zahlreichen Veröffentlichungen angedeutet hat, so bieten doch die in seiner Wiener Vorlesung geäußerten Überlegungen zur Gestaltung unseres zukünftigen Bildungssystems eine wertvolle Bereicherung der bildungspolitischen Debatte in kompakter Form.
Christian Freuding (CF)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.263 | 2.4 | 5.42
Empfohlene Zitierweise: Christian Freuding, Rezension zu: Hermann Lübbe: Zwischen Herkunft und Zukunft. Wien: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5678-zwischen-herkunft-und-zukunft_7389, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 7389
Rezension drucken
Dr., Politikwissenschaftler.
CC-BY-NC-SA