/ 22.06.2013
Nikolaus Buschmann / Ute Planert (Hrsg.)
Vom Wandel eines Ideals. Bildung, Universität und Gesellschaft in Deutschland
Bonn: Verlag J. H. W. Dietz Nachfolger 2010 (Politik und Gesellschaftsgeschichte 86); 157 S.; hardc., 29,80 €; ISBN 978-3-8012-4197-1In diesem Band sind die Beiträge eines Tübinger Symposiums vom Januar 2008 versammelt, das anlässlich des 65. Geburtstages des Historikers Dieter Langewiesche abgehalten wurde. Über viele Jahre trat der Geehrte in unterschiedlichen Funktionen und Ämtern für die Belange von Bildung, Wissenschaft und Universität ein, und so kreisen die Beiträge, die von neun renommierten Hochschullehrern stammen, um diese Themen. Klaus Schönhoven fragt nach der Bedeutung des zweiten Bildungsweges für den sozialen Aufstieg in der Bundesrepublik und gelangt zu dem Ergebnis, dass auch Arbeiterkinder, die sich beruflich und privat weit von ihrem Herkunftsmilieu entfernt haben, sich eine gewisse „Herkunftstreue“ (28) bewahren. Einen kritischen Blick auf das Bildungswesen im Zeitalter der „Patchwork-Biografie“ (9) wirft der Bildungshistoriker Heinz-Elmar Tenorth, indem er das Vorhandensein der gesellschaftlichen Ungleichheit im Bildungsbereich beklagt. Besorgniserregend sei, dass ein Fünftel der deutschen Jugendlichen unter 15 Jahren wegen schlechter Bildung zu jenen Risikogruppen zählten, denen kaum Chancen für den Zugang zum Erwerbsleben zugemessen werden. In zwei Aufsätzen geht es um das Hochschulwesen. So formuliert Ute Frevert die These, dass die Reformideen Humboldts an amerikanischen Hochschulen konsequenter umgesetzt würden als hierzulande und Konrad H. Jarausch blickt mit seinem transatlantischen Erfahrungshintergrund auf die deutsche Universität. Er plädiert dafür, dass sich die hochtechnologische Massengesellschaft von Humboldt verabschieden und ein neues Leitbild entwickeln müsse, das demokratischen Zugang mit wissenschaftlicher Exzellenz verbinde. Kaspar Maase widmet sich dem Zusammenhang zwischen Bildung und populärer Massenkultur, indem er das Bildungsethos der Moderne in eine historische Perspektive rückt. Dabei arbeitet er die herausragende Rolle heraus, die die Massenmedien für das Bildungsethos der Moderne jeweils innehaben – vom Kino über das Radio bis zum Fernsehen.
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Empfohlene Zitierweise: , Rezension zu: Nikolaus Buschmann / Ute Planert (Hrsg.): Vom Wandel eines Ideals. Bonn: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32275-vom-wandel-eines-ideals_38513, veröffentlicht am 04.01.2011.
Buch-Nr.: 38513
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