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/ 22.06.2013
Thomas Stehnken

The Politics of Interaction in Innovation Systems. Evidence from Brazilian Multi-Level-Governance structures

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2010 (Studien zu Lateinamerika 5); 250 S.; 49,90 €; ISBN 978-3-8329-5650-9
Diss. Tübingen; Gutachter: A. Boeckh. – Dem wissensbasierten Sektor wird eine große Bedeutung für die regionale Entwicklung zugeschrieben. Am Beispiel des Schwellenlandes Brasilien analysiert der Autor, auf welche Art und Weise der Zentralstaat mit den einzelnen Regionen kooperiert und welche Konsequenzen sich daraus für den Innovationsprozess auf dem Gebiet der wissensbasierten Ökonomie ergeben. Aufgrund der wenig entwickelten regionalen Infrastruktur im Bereich Wissenschaft, Technologie und Innovation nimmt er an, dass die bestehenden nationalen Regelungen an den Bedürfnissen der Regionen vorbeigehen. Er fragt deshalb, ob subnationalen Einheiten ein Mitspracherecht bei der Ausgestaltung nationaler Maßnahmen eingeräumt werden kann. Darüber hinaus beleuchtet er die Möglichkeiten der Zentralregierung zur Steuerung des regionalen Innovationsprozesses. Dabei stellt er eine Konzentration von Entscheidungsmacht auf der nationalen Ebene fest. Dies gilt sowohl für die Bestimmung der nationalen Agenda und die damit verbundene Durchsetzung der erforderlichen Maßnahmen als auch für die Verfügungsgewalt über die benötigten Mittel und Strukturen. Stehnken schließt auf ein stabiles Top-Down-System, das primär den Interessen der zentralistischen Wissenschaftsgemeinde diene und regionale Belange systematisch benachteilige. Dass die Regionen bedauerlicherweise darauf angewiesen seien, sich selbst zu helfen, kritisiert er. Allerdings würden vom privaten Sektor, der schneller als der staatliche auf den durch die Globalisierung hervorgerufenen Anpassungsdruck reagiere, positive Impulse für die Entwicklung der Region ausgehen. Insgesamt hält Stehnken sowohl die nationale als auch die regionale Ebene für die Förderung der regionalen Entwicklung von Wissenschaft, Technologie und Innovation für wichtig – im Idealfall ergänzten sie einander.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.652.212.263 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Thomas Stehnken: The Politics of Interaction in Innovation Systems. Baden-Baden: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32622-the-politics-of-interaction-in-innovation-systems_38934, veröffentlicht am 21.09.2010. Buch-Nr.: 38934 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA