/ 12.06.2013
Jörn Schütrumpf (Hrsg.)
Rosa Luxemburg oder: Der Preis der Freiheit
Berlin: Dietz Verlag 2006 (Rosa-Luxemburg-Stiftung); 110 S.; brosch., 6,90 €; ISBN 978-3-320-02077-4Der schmale Band umfasst neben kleineren Texten der berühmten Arbeiterführerin einen einleitenden Essay des Herausgebers und kürzere Textauszüge von Walter Jens und Luxemburgs Zeitgenossen Rosi Wolfstein und Paul Levi. Mit viel Sympathie beschreibt Schütrumpf ihr Leben und ihre Position zwischen Sozialdemokratie und Bolschewiki und hebt ihren eigenständigen theoretischen Zugang zu Marx hervor. So zweifellos richtig die Einschätzung sein dürfte, dass Luxemburg im Lager des realexistierenden Sozialismus nur als stumme Ikone und nicht als Theoretikerin geehrt wurde, so fraglich ist es auch, ob ihr marxistisch begründetes Plädoyer für eine Stärkung von sozialistischer Bewegung, Öffentlichkeit und Bürokratiekritik analytisch tragfähig ist. Sowohl die Ausführungen von Schütrumpf als auch die kurzen Passagen von Jens zeigen, dass die Wirksamkeit für die gegenwärtige Linke angesichts sich zersetzender Klassenverhältnisse wohl eher auf der Ebene des ethisch-mahnenden Appells verbleibt.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.46
Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Jörn Schütrumpf (Hrsg.): Rosa Luxemburg oder: Der Preis der Freiheit Berlin: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14330-rosa-luxemburg-oder-der-preis-der-freiheit_29852, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 29852
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
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