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/ 05.06.2013
Horst Ellermann (Hrsg.)

Rohstoff Bildung. Die deutsche Hochschule zwischen Wandel und Stillstand

Berlin: Ullstein 1999 (Ullstein-Buch 26701: Propyläen-Forum); 256 S.; 16,90 DM; ISBN 3-548-26701-7
Die deutschen Universitäten mit ihren 900.000 Studienplätzen versorgen derzeit 1,8 Millionen StudentInnen mit einem Finanzvolumen von nur 2,4 Prozent des Bruttosozialproduktes. Diese Überlastung und Unterfinanzierung bleibt bestehen, denn "mehr Geld werden sie auf aufsehbare Zeit nicht erhalten - und zwar weder vom Staat noch aus der Wirtschaft oder über private Mäzene" (48). Wie die deutschen Hochschulen, die Politik und die Gesellschaft diese Situation verbessern können, daran reiben sich in diesem Buch die ExpertInnen. Ihre Vorschläge betreffen verschiedene Bereiche der Hochschulpolitik wie z. B. Studiengebühren, Hochschulzugang, die finanzielle Situation der Unis und den Status der HochschullehrerInnen. Dahinter läßt sich oft die Kernfrage des "Öffnungsbeschlusses" (1977) erkennen, ob es sinnvoll war, die Universitäten für breite Bevölkerungsschichten zu öffnen. Insofern ist die Zusammenstellung von Ellermann mit seinem Für und Wider der Expertenmeinungen ein guter Einstieg in die Problematik der derzeitigen Hochschulpolitik. Inhalt: Horst Ellermann: Vorwort des Herausgebers. Schlechte Noten für die Uni? (9-11); Hans Joachim Meyer: Der gesellschaftliche Wert der Hochschulen (13-31); Peter Radunski: Ein Plädoyer für Studiengebühren. Den größten Nutzen hätten die Studierenden (32-40); Jürgen Zöllner: Studiengebühren setzen das falsche Zeichen (41-47); Manfred Erhardt: Kann die Wirtschaft aus der Misere helfen? Zur finanziellen Situation der Hochschulen (48-59); Matthias Berninger: Weder Wohlstandskinder noch Elendsgestalten - zur sozialen Lage der Studierenden (60-72); Michael Daxner: Hochschullehrer - weder Beamte noch Freiberufler. Ein Beitrag zur Wiederherstellung eines professoralen Selbstbewußtseins unter den Aspekten von Leistung, Haftung und Qualität (73-85); Michael Hartmer: Der beamtete Hochschullehrer - Selbstverständlichkeit oder Anachronismus? (86-107); Imke Henkel: Professorenvergütung seit dem Mittelalter. Vom Hörergeld zur Vollversicherung (108-123); Detlef Müller-Böling: Hochschulzugang - Reifeprüfung für ein wettbewerbliches Hochschulsystem (124-138); Winfried Schulze: Von der Eliten- zur Berufsausbildung. Studentenzahlen und Hochschulreform seit dem "Öffnungsbeschluss" (1977) (139-158); Hans Zehetmair: Ein Hoch auf den externen Hochschulrat (159-163); Reinhard Blum: Stärkung der Leitungsstrukturen durch einen internen Hochschulrat (164-172); Angelika Fritsche: Die Unregierbaren: Die lange Tradition der Mitbestimmung (173-185); Klaus von Trotha: Leistung und Qualität - Versuch einer differenzierteren Betrachtung der Förderung von Leistungseliten (186-200); Klaus Landfried: "Exzellenz gedeiht besser ohne elitäres Gehabe" (201-207); Horst Ellermann: Was ist gut? Hochschul-Rankings und Evaluation der Lehre mahnen deutsche Universitäten, die Suche nach Kriterien für Qualität zu intensivieren (208-219); Peter Glotz: Vom Aufbau der Universität Erfurt. Reformauftrag der deutschen Hochschulen (220-231); Bernd Graff: Lernen ist Kommunikation - lebenslang und weltweit (232-256).
Wilhelm Johann Siemers (Sie)
Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
Rubrizierung: 2.343 Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Johann Siemers, Rezension zu: Horst Ellermann (Hrsg.): Rohstoff Bildung. Berlin: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8254-rohstoff-bildung_10885, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10885 Rezension drucken
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