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/ 20.06.2013
Susanne Lettow / Ulrike Manz / Katja Sarkowsky (Hrsg.)

Öffentlichkeiten und Geschlechterverhältnisse. Erfahrungen - Politiken - Subjekte

Königstein/Ts.: Ulrike Helmer Verlag 2005 (Frankfurter Feministische Texte, Sozialwissenschaften 5); 246 S.; pb., 25,- €; ISBN 3-89741-174-1
Die traditionelle Trennung von Öffentlichem und Privatem wurde von der Frauenbewegung vielfach kritisiert. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine statische Abgrenzung, sondern vielmehr um dynamische Grenzziehungen, die immer wieder verhandelt und bestimmt werden. Die Autorinnen arbeiten diese Prozesse und die damit verbundenen Reformulierungen von Öffentlichkeit und Privatsphäre anhand unterschiedlicher Beispiele heraus. Das Spektrum reicht von der Neu-Interpretation von Bibeltexten über die Analyse von Krankenakten einer so genannten Hysterikerin des 19. Jahrhunderts bis hin zu Problemen der Migration, zu politischen Aktionen in Mexiko und zur Analyse neuerer Texte von Foucault. Inhaltlich wurden die ansonsten recht unverbundenen Beiträge in drei große Themenblöcke eingeordnet, die zum Teil mit zentralen Diskussionssträngen der Geschlechterforschung korrespondieren. Das Buch dokumentiert die Arbeit eines Graduiertenkollegs an den Universitäten Frankfurt a. M. und Kassel. Aus dem Inhalt: I. Sphärensubversionen Katja Sarkowsky: AlterNative Transitions: Konzepte von Öffentlichkeit und Privatheit in zeitgenössischen indigenen Texten Kanadas (23-38) Silke E. Wahle: Raum und Zeit im Kontext biblischer Frauengeschichte und Geschichtsschreibung: Überlegungen zur Geschichte Michals in den Samuelbüchern (39-56) Minna-Kristiina Ruokonen-Engler: Grenzüberschreitungen und biographische Verortungen: Überlegungen zur Konstruktion von Transnationalen Sozialen Räumen und Öffentlichkeiten (57-71) Inga Pinhard: Von modernen Frauen und Früchten des Wissens - Separate Spheres und die Politik der Repräsentation in der Weltausstellung in Chicago 1893 (73-93) II. Körper, Normierungen, Handlungsfähigkeit Ulrike Manz: Privatheit für wen? Eugenische Kategorien in der Debatte der bürgerlichen Frauenbewegung während der Weimarer Republik (97-114) Karen Nolte: „...für unerfüllte Launen geht sie systematisch mit verleumderischen Reden in Publiko vor“ - Lüge, Gewalt und Hysterie um 1900 (115-137) Gudrun Heuschen: Die „zu einem guten Manne erforderlichen HauptEigenschafft[en]“: Männlichkeiten im öffentlichen Raum des Lüneburger Rathauses um 1800 (137-156) III. Politiken - Interventionen Eva Sänger: „Lieber öffentlich lesbisch als heimlich im DFD“ - Die Samisdat-Publikation frau anders in der DDR 1988/89 (159-183) Stephanie Schütze: Die Besetzungsbewegung der Siedlerinnen von Santo Domingo, Mexiko-Stadt: Lokale Öffentlichkeiten und neue Formen von Privatheit (185-202) Claudia Janssen: Lebens- und Todesräume. Aufstehen aus Unrecht und Erniedrigung (1 Kor 15, 42-44) (203-224) Susanne Lettow: Zone der Unbestimmtheit. Biopolitik und Geschlechterverhältnisse bei Foucault, Agamben und Hardt/Negri (225-242)
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.272.235.462.3112.3142.642.65 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Susanne Lettow / Ulrike Manz / Katja Sarkowsky (Hrsg.): Öffentlichkeiten und Geschlechterverhältnisse. Königstein/Ts.: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23470-oeffentlichkeiten-und-geschlechterverhaeltnisse_26940, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 26940 Rezension drucken
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