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/ 22.06.2013
Marina Caparini (Hrsg.)

News Media and Security Sector Reform

Wien/Berlin: Lit 2010 (Geneva Centre for the Democratic Control of Armed Forces [DCAF]); 97 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-643-80058-9
Der Sicherheitssektor berührt den Kern von Staatlichkeit. Journalisten befinden sich in diesem Bereich in einem Spannungsfeld zwischen dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung, nationalen Interessenlagen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Autoren des Sammelbandes analysieren die Besonderheiten der Berichterstattung über Reformen im Bereich des Sicherheitssektors in der Türkei, Nordirland, dem Kongo, Kaschmir und Mexiko. Obwohl seit 1999 die Türkei als ein Kandidat für die EU Mitgliedschaft gilt und in der türkischen Gesellschaft auch kontroverse Themen wie der starke Einfluss des Militärs auf die Politik diskutiert werden, erkennt Lale Sariibrahimoglu gravierende Mängel in der Informationspolitik des türkischen Militärs. So werde die politische Öffentlichkeit oft nur ungenügend oder gar nicht über militärische Angelegenheiten informiert. In Bezug auf notwendige militärische Reformen hebt die Autorin hervor, dass die Türkei der einzige NATO-Mitgliedstaat sei, in dem der Generalstabschef direkt dem Premierminister und nicht wie in westlichen Demokratien dem Verteidigungsminister unterstellt sei. Sariibrahimoglu sieht in diesem Machtgefüge ein signifikantes Hindernis für eine türkische Mitgliedschaft in der EU. Henri Myrttinen beschreibt die Berichterstattung über Reformen im Bereich des Sicherheitssektors als ebenso herausfordernd wie die über jedes andere juristisch und technologisch gleichermaßen relevante Gebiet. Darüber hinaus sei der Sicherheitsbereich in Abhängigkeit vom Auge des Betrachters noch mit einer zusätzlichen Mystifizierung, einem Sexappeal, dem Bösen an sich, strenger Geheimhaltung oder einfach nur Langeweile verbunden. Myrttinen betont allerdings, dass militärische Reformen oft der Geheimhaltung unterlägen und eng mit nationalen Interessen verbunden oder von einer kontroversen Rolle des Militärs in der Vergangenheit überlagert seien. Diese Umstände erforderten von der Berichterstattung eine besondere Sensibilität.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.22.2632.254.412.22 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Marina Caparini (Hrsg.): News Media and Security Sector Reform Wien/Berlin: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/33268-news-media-and-security-sector-reform_39783, veröffentlicht am 30.03.2011. Buch-Nr.: 39783 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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