/ 05.06.2013
Andreas Beierwaltes (Hrsg.)
Lernen für das neue Europa. Bildung zwischen Wertevermittlung und High-Tech
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1998 (Schriften des Zentrum für Europäische Integrationsforschung 2); 152 S.; brosch., 29,65 €; ISBN 3-7890-5617-0Das Zentrum für Europäische Integrationsforschung will mit diesem Sammelband einen Beitrag zu Inhalten, Zielen und Werten der Bildungsdiskussion vorlegen. Es soll eine europäische Diskussion über das Lernen angeregt werden, weil Bildung als ein öffentliches Gut seit der Wende 1989 zu wenig Beachtung fand. Dazu werden fünf Erfahrungsberichte aus mittel- und osteuropäischen Staaten präsentiert und Zukunftsperspektiven angesprochen. Beide Teile stehen allerdings unverbunden hintereinander. Die Berichte sind in einem eher werbenden Ton verfasst und stellen Systemstrukturen dar. Sie regen wenig zu einer tiefgreifenderen Debatte über steuernde Mechanismen an. Auch fehlt ein Vergleich und die Erklärung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Im zweiten Teil greift Weinert in einem konzisen Überblicksartikel die traditionsreiche Debatte der begabungspsychologischen Auffassungen über Bildungsmöglichkeiten auf und formuliert Thesen für ein leistungsorientiertes Bildungssystem in Europa. Mitter vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung diskutiert die großen Themen der Gestaltung von Schulen klar auf einen Fokus europäischer Integration hin bezogen. Der Herausgeber selbst zeigt in seinem Aufsatz mehr bekannte und allgemeine Fragen und Wirkungen des Internets auf, als dass ihm eine prägnante oder mitreißende Vision auf analytischer Basis zur Entwicklung des Lernens in Europa (und darüber hinaus) gelingen würde. So bleibt das Ende des Bandes kraftlos. Wenn man an das mögliche Potenzial des Themas des Sammelbands denkt, so können nur bescheidene Erwartungen erfüllt werden. Dies wird auch durch Kleinigkeiten, wie ein fehlendes Sachregister, deutlich.
Inhalt: I. Ost- und mitteleuropäische Bildungssysteme in der Transformation: Beispiele: Aloyz Plusko: Erneuerung des Bildungs- und Ausbildungssystems in Slowenien (13-24); Bálint Magyar: Herausforderungen für die ungarische Bildungspolitik (25-29); Vesselin Metodiev: Educational Policy in the Transition Period: The Bulgarian Experience (31-35); Jan Sokol: Bildungspolitik in der Transformation - Ein Kurzbericht (37-40); Witold Malachowski: Tranformation der Bildung und Wissenschaft in Polen (41-50); Matthias Rößler: Jenseits der Grenzen von Ost und West - Wege ins gemeinsame Bildungs-Zeitalter? (51-58). II. Herausforderungen und Zukunftsperspektiven für den ganzen Kontinent: Franz E. Weinert: Transformationsprobleme der europäischen Bildungssysteme (61-81); Hans N. Weiler: Welche Erwartungen haben die Universitäten an Europas Schüler? (83-89); Erich E. Geissler: Pädagogik im sich einigenden Europa (91-114); Wolfgang Mitter: Welche Schulen braucht Europa? (115-136); Andreas Beierwaltes: Schule in der Informationsgesellschaft (137-148).
Sascha Spoun (SPS)
Dr.
Rubrizierung: 2.263 | 2.62
Empfohlene Zitierweise: Sascha Spoun, Rezension zu: Andreas Beierwaltes (Hrsg.): Lernen für das neue Europa. Baden-Baden: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8332-lernen-fuer-das-neue-europa_10990, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10990
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