/ 21.06.2013
Boike Rehbein / Klaus-W. West (Hrsg.)
Globale Rekonfigurationen von Arbeit und Kommunikation. Festschrift zum 60. Geburtstag von Hermann Schwengel
Konstanz: UVK Universitätsverlag 2009; 313 S.; brosch., 29,- €; ISBN 978-3-86764-184-5Die Herausgeber stellen in ihrer Einleitung fest, dass sich die Debatten um den Begriff der Globalisierung erschöpft hätten. Vielmehr zeitigten die Tendenzen der Globalisierung neue Konfigurationen von Waren-, Finanz- und Wissensströmen sowie von Macht und Wirtschaft, die die klassischen Muster gesellschaftlicher Aushandlung, wie wir sie in Europa kennen, herausfordern. Die Autoren untersuchen diese Zusammenhänge anhand dreier leitender Problemstellungen: der Struktur einer neuen, im Entstehen begriffenen Weltordnung, den Spezifika der Regionen und der politischen Gestaltung der neuen Ordnung. Als Querschnittsfrage bezeichnen Rehbein und West die Frage nach den Perspektiven der Arbeitsgesellschaft. Jan Nederveen Pieterse gibt in seinem Beitrag einen Überblick über die neue Situation nach dem Aufstieg des Südens und nach der Wirtschaftskrise. Die Globalisierung des 21. Jahrhunderts, führt er aus, werde sich sehr von der des 20. Jahrhunderts unterscheiden. Neu seien vor allem das Ende der westlichen Vorherrschaft und eine neue Multipolarität, die Integration des Südens in die globalen Finanzströme und eine wachsende Süd-Süd-Kooperation. Dabei sei der Aufstieg von China, Indien, Brasilien und Südafrika bereits Realität und kennzeichne das Ende des amerikanischen Unilateralismus und Neoliberalismus, so Nederveen Pieterse. Mit Blick auf die globale Ungleichheit des Wohlstands gibt sich der Autor nachdenklich: „Yet the impact of poor people’s movements and social struggles in the 2000s has been greater then during 1980-2000.“ (30) Michael Vassiliadis beschreibt anhand zweier neu geschaffener Institutionen, wie Gewerkschaften und Betriebsräte zukünftig international ihre Kooperation gestalten können. Durch die Gründung eines Europa-Betriebsrats bei der BASF SE im Jahr 2007 sieht der Autor einen wichtigen Schritt getan, um die Mitbestimmungskultur europaweit zu entwickeln. Zudem stellt er für die globalen Netzwerke von Gewerkschaften in Europa, Asien und Lateinamerika als Kommunikationsgemeinschaften fest, dass diese ein gemeinsames sozialpartnerschaftliches Politikverständnis ausgebildet haben.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 1.3 | 4.1 | 4.43 | 2.2 | 2.68 | 2.65 | 2.61 | 3.5 | 4.21 | 2.331
Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Boike Rehbein / Klaus-W. West (Hrsg.): Globale Rekonfigurationen von Arbeit und Kommunikation. Konstanz: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31586-globale-rekonfigurationen-von-arbeit-und-kommunikation_37619, veröffentlicht am 23.02.2010.
Buch-Nr.: 37619
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Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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