/ 04.06.2013
Peter A. Arschinoff
Geschichte der Machno-Bewegung (1918-1921) Aus dem Russischen von Walter Hold. Mit einem Vorwort von Volin (1923) und einer Kurzbiografie Arschinoffs sowie einer Auswahlbibliografie, erstellt von Heiner Becker (1998)
Münster: Unrast 1998 (Klassiker der Sozialrevolte 1); 271 S.; brosch., 24,80 DM; ISBN 3-928300-68-7Primärquellen der politischen Ideengeschichte haben oftmals eine eigentümliche Entstehungsgeschichte, und dieser Band ist keine Ausnahme. Sein Autor, ein enger Mitarbeiter und Freund des ukrainischen anarchistischen Revolutionärs Nestor Machno, schrieb das Buch zu einem Zeitpunkt, an dem die Entwicklung der Machno-Bewegung noch frisch nachhallte. Als 1923 die hier wiederaufgelegte deutsche Übersetzung erschien, war das anarchistische Experiment bereits militärisch unterlegen, und die Bolschewisten hatten die Machno-Bewegung zerschlagen. Man wird unter diesen Umständen keine historisch nüchterne Betrachtung von einem unmittelbar Beteiligten wie Arschinoff erwarten können. Aber sein Buch ist eine wichtige Quelle für eine fast völlig unbekannte Epoche des libertären Sozialismus, so daß man für den Mut des kleinen Verlages, dieses Werk wieder vorzulegen, dankbar sein muß. Schön wäre es gewesen, wenn neben den knappen biographischen Informationen über den Autor (265-268) noch ein historisch einordnendes Nachwort Platz gefunden hätte.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.46 | 2.62
Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Peter A. Arschinoff: Geschichte der Machno-Bewegung (1918-1921) Münster: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6297-geschichte-der-machno-bewegung-1918-1921_8559, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 8559
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Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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