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/ 18.06.2013
Werner Eberlein

Geboren am 9. November. Erinnerungen

Berlin: Das Neue Berlin 2002; 540 S.; brosch., 14,90 €; ISBN 3-360-00988-6
Eberlein - Jahrgang 1919 - hat einen ungewöhnlichen, teilweise tragischen Lebensweg hinter sich. Er entstammt einer kommunistischen Familie, sein Vater Hugo zählte zu den Mitbegründern der KPD und war Mitarbeiter Lenins, der später den Stalin'schen Säuberungen zum Opfer fiel. Eberlein kam 14-jährig 1934 nach Moskau, wo er zunächst die Karl-Liebknecht-Schule besuchte und 1937 für 11 Jahre zu schwerer physischer Arbeit nach Sibirien verbannt wurde. 1947 kam er auf Intervention Wilhelm Piecks bei Stalin frei. In der Ostzone und späteren DDR war Eberlein seit 1948 beim FDGB und bei der SED tätig, seine guten Russisch-Kenntnisse verhalfen ihm dazu, als Dolmetscher zu arbeiten, wodurch er Kontakte zu sowjetischen Wissenschaftlern, Kosmonauten, Künstlern und Politikern entwickelte und an Gipfeltreffen im Ostblock teilnahm. Auch in der Partei machte er Karriere: 1981 wurde er Mitglied des SED-Zentralkomitees, 1983 Sekretär der SED-Bezirksleitung Magdeburg, 1985 Mitglied des Politbüros, 1989 Vorsitzender der Zentralen Parteikontrollkommission, welche dem außerordentlichen Parteitag der SED/PDS Bericht erstattete und die den Ausschluss Honeckers aus der Partei am 3. Dezember 1989 bewirkte. Das Buch dokumentiert ein Stück deutscher Geschichte und bietet eine lebendig geschriebene Lebensbilanz eines Mannes, der seinen Idealen treu geblieben ist - auch heute noch: „Es gibt Anfang des 21. Jahrhunderts [...] zum bestehenden [...] Kapitalismus nur eine Alternative: den Demokratischen Sozialismus" (531).
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.32.314 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Werner Eberlein: Geboren am 9. November. Berlin: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18908-geboren-am-9-november_21936, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21936 Rezension drucken
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