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/ 17.06.2013
Bernie Taft

Diesseits von Gut und Böse. Erinnerungen eines roten Weltbürgers. Mit einem Vorwort von Wolfgang Leonhard

Berlin: edition ost 2002; 332 S.; geb., 19,90 €; ISBN 3-360-01035-3
Wahrscheinlich ist der Name Bernie Taft nur wenigen ein Begriff, aber seine Lebenserinnerungen dürften zumindest diejenigen interessieren, die sich mit der Geschichte der kommunistischen Parteien beschäftigen. Taft wurde 1918 in Hannover geboren, musste als Jude jedoch vor den Nazis flüchten und landete auf Umwegen schließlich in Australien. Dort trat er 1941 in die KP Australiens ein. Eine steile Parteikarriere führte ihn unter anderem auf die Parteischule der KP Chinas und in die internationale Sektion der sowjetischen Parteischule in Moskau. Seine Schilderungen des dortigen Lebens und Studierens sind schon allein deshalb interessant, weil es kaum noch Menschen geben dürfte, die an beiden Schulen studiert haben. Später kam Taft auch in Kontakt mit den italienischen Eurokommunisten um Berlinguer, reiste mehrmals in die Tschechoslowakei, und zwar sowohl vor als auch nach dem Prager Frühling und kehrte immer wieder in die Sowjetunion sowie nach China zurück. Auch in die Irrungen und Wirrungen der australischen KP war er tief verstrickt. Taft weiß von allem lebendig und anschaulich zu erzählen. Ganz besonders interessant sind die Schilderungen seiner Begegnungen mit KP-Führern aus einer Vielzahl von Ländern. Trotz seiner langen aktiven Parteitätigkeit kehrte Taft jedoch schließlich zur KP Australiens zurück und engagierte sich seither für den demokratischen Sozialismus.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.12.224.1 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Bernie Taft: Diesseits von Gut und Böse. Berlin: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16802-diesseits-von-gut-und-boese_19302, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19302 Rezension drucken
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