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/ 12.06.2013
Christian Sachse

Die politische Sprengkraft der Physik. Robert Havemann im Dreieck zwischen Naturwissenschaft, Philosophie und Sozialismus (1956-1962)

Berlin: Lit 2006 (Diktatur und Widerstand 11); 208 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 978-3-8258-8979-1
Havemann sei vor allem für seine Kritik am DDR-Regime bekannt geworden, weitgehend unbekannt sei hingegen seine Rolle als „philosophierender Naturwissenschaftler“, schreibt Sachse. Dabei würden die Erkenntnisse der modernen Physik in ihren philosophischen Folgerungen die Wurzeln seines Denkens bilden. Der Autor widmet sich jener Phase in Havemanns Leben, in der er „aus dem Grenzbereich zwischen Physik und Philosophie heraus eine Reform des Marxismus-Leninismus initiieren wollte“ (12). Mit seiner philosophischen Interpretation der Elementarteilchenphysik habe er wesentliche Glaubenssätze des Marxismus-Leninismus angegriffen. Er habe sich zunächst für die Akzeptanz der modernen Physik eingesetzt, um schließlich aus ihr heraus politische Reformvorstellungen zu entwickeln. Diese erreichten in seiner berühmten Vorlesung „Dialektik ohne Dogma“ einen Höhepunkt. Dass er dabei mit westdeutschen, russischen und jüdischen Physikern zusammenarbeitete, sei ein bisher unbekanntes Kapitel in Havemanns Biografie.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.314 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Christian Sachse: Die politische Sprengkraft der Physik. Berlin: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14339-die-politische-sprengkraft-der-physik_30600, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 30600 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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