/ 17.06.2013
Richard Faber / Erhard Stölting (Hrsg.)
Die Phantasie an die Macht? 1968 - Versuch einer Bilanz
Berlin/Wien: Philo Verlagsgesellschaft 2002; 314 S.; 24,50 €; ISBN 3-8257-0250-2"Keine prinzipielle Kritik an Tagespolitik und Journalismus, doch eine wissenschaftliche Publizistik muß nachstoßen, die oft allzu schnellsch(l)üssige Debatte vertiefen - theoretisch wie historisch -. Genau dies beabsichtigt in all seiner Partialität der vorliegende Band." (14) Er ist selbst eher schnell entstanden, um noch in die 2001 neu losgetretene tagespolitische Diskussion um die Nachwirkungen von 1968 eingreifen zu können. Und entsprechend diesem Anliegen legen die meisten Beiträge ihren Schwerpunkt auch nicht auf die Historisierung von 1968, sondern auf dessen Aktualität und gegenwärtige Bedeutung.
Inhalt: Radikaldemokratie und libertärer Sozialismus: Stephen Eric Bronner: US-amerikanischer Blick zurück: 1968 dreißig Jahre danach (17-23); Helena Kanyar-Becker: Sozialismus mit menschlichem Antlitz. Prager Frühling 1968 oder Alles ist anders (24-49); Rüdiger Hentschel: Zwischen Berliner Kommune und Berliner Republik. Deutschlandpolitische Konzepte bei Rudi Dutschke (50-81); Klaus Kreppel: Linksliberalismus. Das Beispiel der Humanistischen Studenten-Union (82-106); Fritz Vilmar: Die Ambivalenz der Studentenbewegung - und eine ihrer produktivsten Auswirkungen: die Selbsthilfebewegung (107-124); Cornelia Brink: (Anti-)Psychiatrie und Politik. Über das Sozialistische Patientenkollektiv Heidelberg (125-156). Kritik und Subversion: Alfred Krovoza: Zur Rolle von Psychologie und Psychoanalyse in der antiautoritären Protestbewegung (159-172); Wolf Dieter Narr: Bildung ist Bürgerrecht - Wissenschaft ist der Gesellschaft verpflichtet (173-193); Erhard Stölting: Der kurze Frühling. Die deutsche Soziologie um und nach 1968 (194-213); H. D. Kittsteiner: Karl Marx. 1968 und 2001 (214-237); Werner Post: Junghegelianer und Achtundsechziger (238-255); Klaus Lichtblau: Die poststrukturalistische Herausforderung (256-269). What's left: Jürgen Link: "Radikal umdenken": wie? Normalismustheoretische Denkanstöße angesichts der Denormalisierung nach dem 11. September 2001 (273-290); Ulrich Kohlmann: "Phantasie und Moral". Wegmarken einer kritischen Theorie der Moral (291-309); Richard Faber: Kein Ende der Utopie. Acht Thesen (310-312).
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.331 | 2.22 | 2.35 | 5.42
Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Richard Faber / Erhard Stölting (Hrsg.): Die Phantasie an die Macht? Berlin/Wien: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16314-die-phantasie-an-die-macht_18727, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 18727
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Dr., Politikwissenschaftler.
CC-BY-NC-SA