/ 18.06.2013
Thorsten Bonacker / André Brodocz / Thomas Noetzel (Hrsg.)
Die Ironie der Politik. Über die Konstruktion politischer Wirklichkeiten
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2003; 334 S.; kart., 34,90 €; ISBN 3-593-37222-3Mithilfe des Begriffs „Ironie" als „Indiz einer sich selbst unsicher gewordenen Gesellschaft" (9) will der Band eine konstruktivistische Perspektive auf Theorie und Praxis gegenwärtiger Politik bieten. Als Anknüpfungspunkt dient fast allen Autoren das Denken Richard Rortys. Die frankophone Diskussion wird bis auf einige Anmerkungen zu Jean-François Lyotard weitgehend ignoriert.
Aus dem Inhalt: I. Die Konstruktion politischer Wirklichkeiten und ihre ironische Reflexion: Christoph Menke: Von der Ironie der Politik zur Politik der Ironie. Eine Notiz zum Prozess liberaler Demokratie (19-33); André Brodocz: Das Ende der politischen Theorie? Über die Rechtfertigung der Demokratie und die Ironie ihrer Unmöglichkeit (52-64); Dirk Auer: Kontingenzbewusstsein und Möglichkeitssinn - Ironie und Gesellschaftskritik bei Richard Rorty (65-84); Andreas Reckwitz: Die Krise der Repräsentation und reflexives Kontingenzbewusstsein. Zu den Konsequenzen der post-empiristischen Wissenschaftstheorien für die Identität der Sozialwissenschaften (85-103); Joachim Kreische: Die Ironie der politischen Kommunikation bei Luhmann und Habermas (104-121); Carsten Schlüter-Knauer: Ironische Dramatisierung der politischen Subjektivität in der attischen Demokratie (159-177); Rainer Schmidt: Ideengeschichte, Diskursanalyse, „linguistic turn". Konstruktivistische Grundlagen einer Analyse der politischen Sprache (178-192). II. Die Ironie politischer Wirklichkeiten und ihre Re-Konstruktion: Thorsten Bonacker: Die Ironie des Protests. Zur Rationalität von Protestbewegungen (195-212); Klaus P. Japp: Zur Selbstkonstruktion transnationaler Regime: Der Fall BSE (232-249); Maren Lehmann: Die Ironie der Interessen (250-264); Thomas Krumm: Die Ironie der Ironie. Zum ironischen Selbstverständnis der Politikberatung (281-295); Hans-Martin Schönherr-Mann: Ernstfall oder Ironisierung - Alternativen in der politischen Kultur? (296-309); Jörn Lamla: Politische Konstruktionen in rekonstruktive Perspektive. Drei Modelle interpretativer Politikforschung (310-330).
Stefan Militzer (SM)
Dr., Publizist, Frankfurt a. M.
Rubrizierung: 5.42 | 2.23 | 2.21 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Stefan Militzer, Rezension zu: Thorsten Bonacker / André Brodocz / Thomas Noetzel (Hrsg.): Die Ironie der Politik. Frankfurt a. M./New York: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18733-die-ironie-der-politik_21733, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 21733
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Dr., Publizist, Frankfurt a. M.
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