/ 20.06.2013
Karin Hartewig / Alf Lüdtke (Hrsg.)
Die DDR im Bild. Zum Gebrauch der Fotografie im anderen deutschen Staat
Göttingen: Wallstein Verlag 2004; 238 S.; brosch., 32,- €; ISBN 3-89244-790-XDie Autorinnen und Autoren versuchen die Frage zu beantworten, ob man Gesellschaft sehen kann. Dabei werden sowohl öffentliche, offizielle als auch private Bilder aus der DDR untersucht. Die Auswahl der Fotos wirkt sehr unsystematisch: von Arbeitern im volkseigenen Betrieb über die Transitautobahn bis hin zu Tätowierungen von Strafgefangenen werden die unterschiedlichsten Bereiche beleuchtet. Der Vergleich mit bundesdeutschen Bildern wird leider nur selten angedeutet. Das Buch bietet einige interessante Einblicke in das Leben in der DDR und die Rolle der Fotografie, bleibt aber letztlich auf eine Reihe von Bildinterpretationen beschränkt. Ein zusammenfassender Beitrag zum Gebrauch der Fotografie in der DDR hätte diesen Band für die Sozialwissenschaften interessanter gemacht.
Aus dem Inhalt:
Susanne Regener:
Bilder/Geschichte. Theoretische Überlegungen zur Visuellen Kultur (13-26)
Bildprogramm
Katharina Klotz:
Foto – Montage – Plakat. Zur politischen Ikonographie der „sozialistischen Sichtagitation“ in der frühen DDR (29-49)
Albrecht Wiesener:
Halle an der Saale – Chemiemetropole oder „Diva in Grau“? Zur bildlichen Repräsentation einer Stadt im Sozialismus (51-68)
Stefan Schweizer:
Täve Schur und das Bild der „Diplomaten im Trainingsanzug“. Zur bildlichen Inszenierung von Spitzensportlern in der DDR (69-86)
Öffentlichkeit und Geheimnis
Elena Demke:
Mauerfotos in der DDR. Inszenierungen, Tabus, Kontexte (89-106)
Axel Dossmann:
Transit. Die Autobahn im Blick von Polizei und Staatssicherheit (107-124)
Karin Hartewig:
Botschaften auf der Haut der Geächteten. Die Tätowierungen von Strafgefangenen in Fotografien der Staatssicherheit (125-144)
Arbeit: Einblicke
Dietrich Mühlberg:
Rekonstruktionsversuch einer ergebnislosen Betriebsreportage von 1956 (147-168)
Petra Clemens:
„Betriebsgeschehen“ im VEB Forster Tuchfabriken – in Fotos und beim Fotografieren. Oder: Über die Zähigkeit von Fotofreunden (169-186)
Wirklichkeit – mit doppeltem Boden
Bernd Lindner:
Ein Land – zwei Bildwelten. Fotografie und Öffentlichkeit in der DDR (189-206)
Rolf Sachsse:
Ostkreuz versus Bilderberg. Ost- und westdeutscher Bildjournalismus im Vergleich (207-226)
Alf Lüdtke:
Kein Entkommen? Bilder-Codes und eigen-sinniges Fotografieren; eine Nachlese (227-236)
Andreas Hallermann (AH)
Dr., Politikwissenschaftler, Referent im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Erfurt.
Rubrizierung: 2.314
Empfohlene Zitierweise: Andreas Hallermann, Rezension zu: Karin Hartewig / Alf Lüdtke (Hrsg.): Die DDR im Bild. Göttingen: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23050-die-ddr-im-bild_26371, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 26371
Rezension drucken
Dr., Politikwissenschaftler, Referent im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Erfurt.
CC-BY-NC-SA