/ 20.06.2013
Manfred Berg / Philipp Gassert (Hrsg.)
Deutschland und die USA in der Internationalen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Festschrift für Detlef Junker
Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2004 (Transatlantische Historische Studien 19); 599 S.; geb., 54,- €; ISBN 3-515-08454-1Die Geschichtswissenschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark internationalisiert. Während Kommunikation und Kooperation über Ländergrenzen nach dem Zweiten Weltkrieg noch die Ausnahme waren, sind sie inzwischen längst zur Routine geworden. Das gilt insbesondere für das deutsch-amerikanische Verhältnis, wo der beispiellose Einfluss, den die Vereinigten Staaten auf die Bundesrepublik ausübten, zur Bildung enger wissenschaftlicher Netzwerke geführt hat. Daher ist es kein Zufall, dass deutsch-amerikanische Themen in der Internationalen Geschichte, die vormals unter dem Begriff der Diplomatiegeschichte firmierte, eine herausragende Rolle spielen. Dieser Band bietet einen Querschnitt durch das breite Spektrum der methodischen Ansätze, Fragestellungen und Themen, mit denen sich die Forschung auf beiden Seiten des Atlantiks in jüngster Zeit beschäftigt hat. Dabei reflektiert er vor allem die neuere Einbeziehung politik- und kulturwissenschaftlicher Fragestellungen und Perspektiven in die Geschichtsforschung. Zugleich stellen einige der Autorinnen und Autoren der 29 Beiträge weiterführende Überlegungen zur Theorie und Methode sowie zur historiografischen Entwicklung der Internationalen Geschichte selbst an.
Aus dem Inhalt:
Zu Theorie und Methode der internationalen Geschichte
Akira Iriye:
Nationale Geschichte, Internationale Geschichte, Globale Geschichte (21-39)
Kiran Klaus Patel:
Jenseits der Nation: Amerikanische Geschichte in der Erweiterung (40-57)
Frank Ninkovich:
Das Ende der Paradigmen: Die kulturgeschichtliche Wende und die Globalisierung der amerikanischen Diplomatiegeschichte (58-79)
Jessica C. E. Gienow-Hecht:
Von fremden Ländern und Menschenoder: wo bleibt der internationale Diskurs in der internationalen Kulturgeschichte? (80-97)
Egbert Klautke:
Auf den Spuren des Sonderwegs. Zur Westorientierung der deutschen Geschichtswissenschaft in der Bundesrepublik (98-112)
Amerikanische Geschichte
Winfried Brugger:
Der Kampf um die Verfassungsgerichtsbarkeit in Marbury v. Madison (115-136)
Knud Krakau:
Bellum iIustum v. bellum legale: Zum Gewaltdiskurs in der amerikanischen Außenpolitik (137-155)
Jens Hohensee:
Von Spindeltop bis Teapot: Amerikas Erdölindustrie im frühen 20. Jahrhundert (156-170)
Manfred Berg:
Das Problem des 20. Jahrhunderts: Die internationale Geschichte und die Transformation der Rassenfrage in den USA (171-192)
Deutschland und die USA bis 1945
Elke Wolgast:
Demokratische Gegeneliten in der amerikanischen Emigration: Politisch motivierte Auswanderung aus Deutschland nach 1819, 1832/33, 1849 und 1878 (195-217)
Anja Schüler:
Ein „hoffnungsloses Unterfangen“? Deutsche und Amerikanerinnen auf den Frauenfriedenskongressen 1915-1919 (218-236)
Lloyd E. Ambrosius:
Nationale Selbstbestimmung im Ersten und Zweiten Weltkrieg: Eine Vergleichsstudie von Wilson bis Roosevelt (237-262)
Klaus Schwabe:
Eine neue Weltordnung? Der Beitrag Amerikas zur Lösung der Deutschlandfrage durch den Friedensschluß von Versailles (263-278)
Reinhard R. Doerries:
Transnational Intelligence in Krieg und Frieden: Die Rolle von Nachrichtendiensten in den deutsch-amerikanischen Beziehungen (279-302)
Michael Wala:
„Gegen eine Vereinzelung Deutschlands“: Deutsche Kulturpolitik und akademischer Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika in der Zwischenkriegszeit (303-315)
Georg Christoph Berger Waldenegg:
No Outside Power Cared to Save Austrian freedom: Methodische Überlegungen zur Einstellung der USA gegenüber dem „Anschluss“ Österreichs 1937/38 (316-338)
Philipp Gassert:
Keine rein geschäftliche Angelegenheit: Die „Feindvermögensfrage“ und die Auseinandersetzungen um die amerikanischen Investitionen im Dritten Reich (339-363)
Frank Trommler:
Aus der Traum vom deutschen Raum: Amerikanisches Zeitdenken gegen deutsches Raumdenken als historischer Konflikt (364-378)
Transatlantische Beziehungen seit 1945
Uta Gerhardt:
Von der Potsdamer Konferenz zum Marshallplan: Vorgeschichte und Folgen des Long-Range Policy Statement on German Reeducation (381-406)
Volker Berghahn:
Zur Soziologie der deutsch-amerikanischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg: Die Netzwerke von Shepard Stone (407-422)
Wilfried Mausbach:
Erdachte Welten: Deutschland und der Westen in den 1950er Jahren (423-448)
Andreas W. Daum:
Charisma und Vergemeinschaftung: Zur Westbindung der Deutschen im Kalten Krieg (449-472)
Clemens Zimmermann:
Marktanalysen und Werbeforschung der frühen Bundesrepublik: Deutsche Traditionen und US-amerikanische Einflüsse, 1950-1965 (473-491)
Marion Breuning:
Von Nürnberg nach Vietnam: Das „Russell-Tribunal“ von 1967 in historischer Perspektive (492-504)
Gottfried Niedhart:
Deutsch-amerikanische Beziehungen in der Anfangsphase der sozial-liberalen Ostpolitik und Differenzen in der Perzeption der Sowjetunion, 1969/70 (505-520)
Thomas W. Maulucci:
Die Regierung Schmidt und die Frage der Out of Area-Einsätze der Bundeswehr, 1974-1982 (521-541)
Alan E. Steinweis:
Die Auschwitz-Analogie: Die Erinnerungskultur des Holocaust und die außenpolitischen Debatten in den USA während der 1990er Jahre (542-558)
Klaus Larres:
Deutschland, Europa, die USA und der Krieg gegen Saddam Hussein (559-570)
Konrad H. Jarausch:
Amerika – Alptraum oder Vorbild? Transatlantische Bemerkungen zum Problem der Universitätsreform (571-588)
Markus Kaim (MK)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
Rubrizierung: 4.1 | 4.21 | 2.64 | 4.22 | 4.41 | 2.63 | 4.2 | 2.31
Empfohlene Zitierweise: Markus Kaim, Rezension zu: Manfred Berg / Philipp Gassert (Hrsg.): Deutschland und die USA in der Internationalen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Stuttgart: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23045-deutschland-und-die-usa-in-der-internationalen-geschichte-des-20-jahrhunderts_26366, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 26366
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
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