/ 11.06.2013
Wilhelm von Sternburg
Deutsche Republiken. Scheitern und Triumph der Demokratie
München: C. Bertelsmann 1999; 544 S.; 49,90 DM; ISBN 3-570-12266-2Der Publizist von Sternburg betont im Nachwort: "Es war nicht meine Absicht, ein 'wissenschaftliches' Buch zu schreiben." (509) Abgesehen davon, daß man hier über die Bedeutung der Anführungszeichen rätseln könnte, muß man konstatieren, daß ihm dies geglückt ist. Der behutsam bebilderte dicke Band gemahnt ein wenig an eine sehr überdimensionale Ausgabe der "Informationen für die politische Bildung", was allerdings kein Nachteil ist. Von Sternburg betrachtet die deutsche Geschichte dieses Jahrhunderts, vom Wilhelminismus bis zum vereinigten Deutschland, mit den Zwischenstationen Weimar, Besatzungszeit, DDR und alte Bundesrepublik. Schwerpunkt der Darstellung ist die Entwicklung der Demokratie, die allerdings unter der Vielzahl historischer Faktenmitteilung manchmal etwas den roten Faden vermissen läßt. Zudem ist diese Mitteilung nicht immer ganz korrekt: "Im Gegensatz zum Kaiserreich (das ein Bund souveräner Einzelstaaten war) wurde in der Weimarer Verfassung die zentrale Reichsgewalt zwar gestärkt (Reichsrecht bricht Landesrecht), aber über den Reichsrat nahmen die Länder am Gesetzgebungsverfahren teil, was aufgrund der separatistischen und eigenwilligen regionalen Bestrebungen in einigen Ländern die Reichspolitik teilweise destabilisierte." (75) So kraß wie hier sind die Fehlurteile nicht immer. Gleichwohl wird der Wissenschaftler dem Band wohl nur wenige zutreffende Neuigkeiten entnehmen. Aber für ihn ist er ja auch nicht geschrieben.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.31
Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Wilhelm von Sternburg: Deutsche Republiken. München: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10562-deutsche-republiken_12486, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 12486
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Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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