/ 19.06.2013
Friedrich A. von Hayek
Der Weg zur Knechtschaft. Hrsg. von Manfred E. Streit. Übersetzt von Eva Röpke
Tübingen: Mohr Siebeck 2004 (Gesammelte Schriften in deutscher Sprache; Abteilung B: Bücher 1); VI, 256 S.; 4., durchges. und erg. Aufl.; Ln., 64,- €; ISBN 3-16-147928-9Als politischer Autor wurde von Hayek seinerzeit vor allem durch „Der Weg zur Knechtschaft“ bekannt; unter dem Titel „Road to Serfdom“ 1944 zuerst in London erschienen erlebte das Buch binnen kurzem 5 Auflagen und wurde in 10 Sprachen übersetzt. Von heute aus gesehen wäre ohne Berücksichtigung des historischen Kontextes Ende des Zweiten Weltkriegs dieser außerordentliche Erfolg nur schwer verständlich. Von Hayek sah in dieser ausdrücklich als „politische“ Abhandlung bezeichneten Studie (3) die Grundprinzipien des liberalen Gesellschaftsmodells durch das Vordringen des „Totalitarismus“ gefährdet. Diese totalitäre Gefahr war für ihn nicht nur in den Gesellschaftssystemen des Nationalsozialismus und des Kommunismus präsent, wobei die Techniken der Zentralplanwirtschaft hier das verbindende Element bildeten. Von Hayek wollte vielmehr grundsätzlich die „große Illusion“ entlarven (24 ff.), die - in welcher sozialstaatlichen Schattierung auch immer - eine Vereinbarkeit von Demokratie und Sozialismus für möglich, vielleicht sogar für erforderlich hielt (wie im damaligen England beispielsweise die Webbs und die Fabian Society, G. B. Shaw, H. J. Laski). Der Zusammenhang von politischer und wirtschaftlicher Freiheit - so das ordoliberale Credo - dürfe nicht im Sinne staatlicher Risikovorsorge interpretiert werden.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.46 | 5.43
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Friedrich A. von Hayek: Der Weg zur Knechtschaft. Tübingen: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21127-der-weg-zur-knechtschaft_24648, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24648
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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