/ 21.06.2013
Gerd Hardach
Der Generationenvertrag. Lebenslauf und Lebenseinkommen in Deutschland in zwei Jahrhunderten
Berlin: Duncker & Humblot 2006 (Schriften zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte 82); 488 S.; 98,- €; ISBN 978-3-428-11915-8Der Begriff der Generation nimmt einen wichtigen Stellenwert in der aktuellen Auseinandersetzung um die gerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen ein und scheint ehemals zentrale Kategorien wie Klasse oder Geschlecht abzulösen. Vor diesem Hintergrund zeichnet Hardach mit seiner sozial- und wirtschaftgeschichtlichen Studie den Wandel des Generationenvertrages in Deutschland vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis heute nach. Er differenziert zwischen einem traditionellen, einem bürgerlichen und einem modernen Modell. Schwerpunkte der chronologischen Darstellung sind jeweils der demografische Wandel, das wirtschaftliche Wachstum, die lebenslaufbezogenen Veränderungen für die Lebensabschnitte Jugend, Berufstätigkeit und Alter sowie die Bedeutung sozialpolitischer Maßnahmen bei der Gestaltung des Generationenvertrages. Zwar sei das Ziel der Generationengerechtigkeit in der Gesellschaft fest verwurzelt, resümiert Hardach, die „ständige Beschwörung der Verteilungsgerechtigkeit zeigt allerdings auch, dass das Ziel schwer zu realisieren ist.“ Langfristig haben „im wesentlichen drei Determinanten die Struktur der intergenerativen Einkommensverteilung geprägt: der demographische Wandel, die Entwicklung von Beschäftigung und Produktion, und das institutionelle Arrangement von Markt und Solidarität.“ (450)
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.342 | 2.31 | 2.3
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Gerd Hardach: Der Generationenvertrag. Berlin: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26162-der-generationenvertrag_30436, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30436
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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