/ 20.06.2013
Hans-Peter Ullmann
Der deutsche Steuerstaat. Geschichte der öffentlichen Finanzen vom 18. Jahrhundert bis heute
München: C. H. Beck 2005 (Beck'sche Reihe 1616); 270 S.; 14,90 €; ISBN 3-406-51135-XBesteuerung dient dem modernen Staat nicht nur zur Finanzierung seiner Aufgaben, sondern auch zur Lenkung und Steuerung. Dieser „Steuerstaat“ ist mit dem Ende der Nachkriegsprosperität in eine andauernde Krise geraten und seine Zukunft zum Gegenstand der Diskussionen von Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit geworden. Ullmann will mit seiner Geschichte des Steuerstaates seit dem Übergang vom frühmodernen zum modernen Finanzsystem im 18. Jahrhundert bis heute einen Beitrag zur Debatte aus der Perspektive der Geschichtswissenschaft leisten. Dabei liegt sein Augenmerk auf der Analyse langfristiger Wandlungsprozesse - unter Berücksichtigung insbesondere jener theoretischen Ansätze, die die öffentlichen Finanzen nicht aus den jeweiligen politischen, sozialen und kulturellen Bezügen lösen. Vier Gesichtspunkte würdigt Ullmann im Laufe seiner Darstellung in besonderem Maße: die relevanten Arenen und Ebenen der Finanzpolitik, folgenreiche Entscheidungssituationen und Wendeepochen, Steuerzahler als Akteure im Finanzsystem sowie das Wachstum der Staatsausgaben und die Funktionsänderungen der Finanzpolitik als zentrale Entwicklungsstränge.
Stefan Göhlert (SG)
M. A., Politikwissenschaftler, Protokollchef und Bürgerbeauftragter in der Verwaltung der Stadt Jena.
Rubrizierung: 2.3 | 2.31 | 2.32 | 2.34
Empfohlene Zitierweise: Stefan Göhlert, Rezension zu: Hans-Peter Ullmann: Der deutsche Steuerstaat. München: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23323-der-deutsche-steuerstaat_26746, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 26746
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M. A., Politikwissenschaftler, Protokollchef und Bürgerbeauftragter in der Verwaltung der Stadt Jena.
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