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/ 20.06.2013
Peter Fuchs

Das System "Terror" Versuch über eine kommunikative Eskalation der Moderne

Bielefeld: transcript 2004 (xtexte); 119 S.; kart., 13,80 €; ISBN 3-89942-247-3
Es ist keine neue Erkenntnis, dass es bei terroristischen Anschlägen nicht darum geht, möglichst viele Menschen zu töten, sondern darum, möglichst viele Zuschauer dafür zu finden. Diese Kommunikationsfunktion als soziologisches System zu analysieren bietet allerdings eine neue Sichtweise: Das Paradoxe am Terrorismus ist dabei, dass er die gesellschaftliche Kommunikation durch den Akt beendet und gleichzeitig die Kommunikation über den Akt und seine Bedingungen in Gang setzt. So lässt sich laut Fuchs der Terrorismus als Funktionszusammenhang analysieren, „so sozial wie jedes andere, sich in der Gesellschaft kommunikativ reproduzierende System“ (43). Der Funktionsbegriff impliziert aber dabei gerade nicht einen alltagssprachlich erwarteten Nutzenaspekt. Aus Sicht der soziologischen Systemtheorie folgt deshalb, „daß die Wissenschaft ebenso wie die anderen Funktionssysteme ein Verhältnis zum Terror gewinnen muß, oder besser: ihm nicht ausweichen kann, vielleicht einfach, weil er vorkommt“ (115). Wer sich den Luxus einer ergebnisoffenen Theoretisierung und kühlen Funktionsanalyse leisten will, dem ist diese Lektüre anzuraten.
Florian Peter Kühn (KÜ)
Dr., M. P. S., wiss. Mitarbeiter, Institut für Internationale Politik, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.255.42 Empfohlene Zitierweise: Florian Peter Kühn, Rezension zu: Peter Fuchs: Das System "Terror" Bielefeld: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22182-das-system-terror_25296, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25296 Rezension drucken
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