/ 21.06.2013
Ralf Poscher / Johannes Rux / Thomas Langer
Das Recht auf Bildung. Völkerrechtliche Grundlagen und innerstaatliche Umsetzung
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2009 (Schriften zum Bildungs- und Wissenschaftsrecht 6); 218 S.; brosch., 44,- €; ISBN 978-3-8329-4398-1Bei dieser Studie handelt es sich um ein Rechtsgutachten, das die Verfasser im Auftrag der Max-Traeger-Stiftung erstellt haben. Die in den vergangenen Jahren aufgedeckten strukturellen Defizite im deutschen Schulsystem und insbesondere die viel beklagte soziale Selektivität des Bildungswesens bildeten den Anlass zu untersuchen, inwieweit die Bundesrepublik und ihre Länder ihren völker- und europarechtlichen Verpflichtungen hinsichtlich eines Rechts auf Bildung nachgekommen sind. Im ersten Teil werden die europa- und völkerrechtlichen Grundlagen eines Rechts auf Bildung aufgearbeitet, im zweiten Teil wird die Umsetzung dieser Vorgaben im Grundgesetz und in den 16 Landesverfassungen untersucht. Damit bietet der Band einen systematischen Vergleich der Rechtslage in den einzelnen Bundesländern. Insgesamt sei in fast allen Ländern ein Bemühen um den Ausgleich systembedingter Benachteiligungen bestimmter Schülergruppen erkennbar. „Solange die Länder diese Reformbestrebungen fortsetzen und sofern sie die Wirkungen überprüfen, um die Lage weiter zu verbessern, tragen sie den völkerrechtlichen Verpflichtungen zum Schutz des Rechtes auf Bildung angemessen Rechnung“ (205), lautet das Fazit ihrer Rechtsprüfung. Die Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen, etwa die Verpflichtung zur individuellen Förderung jedes einzelnen Schülers, bleibe aber solange eine „leere Hülse, bis es gelingt, die innere Einstellung der Lehrkräfte in diesem Sinne zu verändern“ (207). Darüber hinaus gehen die Autoren auf einzelne Reformbemühungen ein und thematisieren weiterhin bestehende Herausforderungen bei der Herstellung von Bildungsgerechtigkeit. Sie verweisen beispielsweise auf die mangelnde Koordination der Länder untereinander und kritisieren unter anderem, dass durch die Verkürzung der Schulzeit die Durchlässigkeit zum Gymnasium stark beeinträchtigt wurde. Außerdem sprechen sie sich gegen die frühzeitige Verteilung der Kinder auf die einzelnen Bildungsgänge aus.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.325 | 2.32 | 2.343 | 4.42 | 4.1
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Ralf Poscher / Johannes Rux / Thomas Langer: Das Recht auf Bildung. Baden-Baden: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30788-das-recht-auf-bildung_36586, veröffentlicht am 24.07.2009.
Buch-Nr.: 36586
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
CC-BY-NC-SA