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/ 21.06.2013
Gertrude Brinek / Bernadette Hörmann / Stefan T. Hopmann (Hrsg.)

Bologna – What's next? Über die Zukunft der österreichischen Hochschulen

Wien: facultas.wuv 2010 (Schule und Bildung); 176 S.; 19,90 €; ISBN 978-3-7089-0344-6
Die Autoren diskutieren den bisherigen Stand der Reformen im Rahmen des Bolognaprozesses an den österreichischen Universitäten. Dabei konzentrieren sie sich nicht nur auf den Status quo, sondern nehmen mit der Bewertung von Folgen und Chancen der Reformen auch die Weiterentwicklung des europäischen Hochschulsystems in den Blick. Dabei werden durchaus aktuelle Fragen wie die nach dem Fragmentierungsprozess der Studiengänge, der Diskussion um Mobilitätssteigerung oder der Möglichkeiten und Grenzen von Hochschulrankings angesprochen. Letzterem Thema widmen sich Theresa Oberauer und Anna Imme. Sie unternehmen eine Methodenkritik der Rankingverfahren und kritisieren allgemein, dass die Leistungen tausender an einer Universität Arbeitender in einer einzelnen Zahl, dem Rangplatz, zusammengefasst werden. Hinzu komme, führen Oberauer und Imme weiter aus, dass infolge der unterschiedlichen Ausgestaltung von Studiengängen bei gleicher Benennung häufig Äpfel mit Birnen verglichen würden. Sie resümieren, dass es eines einheitlichen Rankingverfahrens bedürfe, denn „kein Ranking scheint (bis jetzt) in der Lage zu sein, die wirkliche Hochschulsituation zu erfassen“ (97). Volker Bank unternimmt eine bildungstheoretische Kritik der „ökonomistischen ‚Taylorisierung des Geistes‘ in den Universitäten Europas“ (152). Die Behauptung, es sei möglich, an den Universitäten am Arbeitsmarkt nachgefragte Qualitäten auszubilden, so der Autor, sitze gleich zwei schwerwiegenden Irrtümern auf. Erstens gebe es ein Prognoseproblem: die Dynamik der Ökonomie führe zu einer viel zu rasanten Veränderung von Qualifikationsansprüchen. Zweitens werde Lernen, das auf analytischer Erkenntnis beruhe, nicht ausreichend von solchem getrennt, das in ganzheitlichen Zusammenhängen der Erfahrung gründet. Letzteres könne und solle erst in der Arbeitswelt erworben werden. Der Band ist Ergebnis der beiden Veranstaltungen „Autonome Universitäten und ihre Steuerung“ im Dezember 2007 und „What’s next? Beyond Bologna“ im April 2008 des Instituts für Bildungswissenschaften der Universität Wien.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.42.263 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Gertrude Brinek / Bernadette Hörmann / Stefan T. Hopmann (Hrsg.): Bologna – What's next? Wien: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30639-bologna--whats-next_36386, veröffentlicht am 02.06.2010. Buch-Nr.: 36386 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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