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/ 20.06.2013
Leonhard Hennen / Arnold Sauter

Begrenzte Auswahl? Praxis und Regulierung der Präimplantationsdiagnostik im Ländervergleich

Berlin: edition sigma 2004 (Studien des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag 17); 176 S.; 18,90 €; ISBN 3-89404-826-3
Die genetische Untersuchung von Embryonen vor einer künstlichen Befruchtung (Präimplantationsdiagnostik, PID) ist in Deutschland umstritten. Neben moralischen Bedenken wird u. a. diskutiert, inwieweit eine Zulassung der PID bei bestimmten Indikationen mittelfristig zu einer Ausweitung der Forderungen nach PID beziehungsweise zu einer Ausweitung der Indikationen führen könnte. Um diese Frage zu beantworten, wurde diese ländervergleichende Studie vom Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung in Auftrag gegeben. Das Buch ist in jeweils gleich aufgebaute Länderberichte gegliedert, in denen zuerst die Rechtslage, dann die Praxis und abschließend die gesellschaftliche Debatte der einzelnen Nationen nachgezeichnet werden. Betrachtet werden Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, Norwegen und die USA. Je permissiver die Rechtslage, so ein Ergebnis des Vergleichs, desto eher entwickele sich ein Markt für PID, der nicht auf die Nutzung dieser Technologien bei medizinischer Indikation oder bei besonderen Risiken beschränkt bleibe. Ein grundsätzliches Verbot von PID wehre entsprechende Ansprüche am zuverlässigsten ab. Sollen Ausnahmen zugelassen werden, empfehle sich eine möglichst detaillierte Festlegung der Indikationen, da sonst mit einer stillschweigenden Indikationsausweitung zu rechnen sei.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.2632.235.442.612.64 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Leonhard Hennen / Arnold Sauter: Begrenzte Auswahl? Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22445-begrenzte-auswahl_25609, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25609 Rezension drucken
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