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/ 21.06.2013
André Ufer

Rethinking Good Governance in Developing Economies. Institutions, Governance and Development in Thailand

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2008 (Nomos Universitätsschriften: Volkswirtschaftslehre 1); 206 S.; brosch., 39,- €; ISBN 978-3-8329-3875-8
Wirtschaftswiss. Diss. Kaiserslautern. – Der Autor geht der Frage nach, ob Good Governance der angemessene Ansatz im Vorgehen gegen rückständige Entwicklung und Armut ist. Um diese Frage zu beantworten, folgt Ufer der politischen und ökonomischen Geschichte Thailands von 1947 bis in die 90er-Jahre und kommt zu entwicklungspolitisch sehr interessanten Ergebnissen. Über die Darstellung des Industrialisierungsprozesses in Thailand, der regierungsnahen Patronagesysteme, die höchst relevant für den Fluss von Kapital und die Entwicklung von Eigentumsrechten waren, fundiert er seine Kritik am Konzept der Good Governance. Vor allem liegt das Problem für den Autor in dem liberalen Konzept, das dem Ansatz zugrunde liegt: „basically a mélange out of mainstream theories of rent-seeking, new institutional economics and classical market-liberal theories of growth“ (5). Die Institutionen und die Märkte, mit denen Good Governance arbeitet, so Ufer, müssten aber erst geschaffen werden. Durch die Ignoranz gegenüber anderen Bedingungen verringert der liberale Konsens des Konzepts die Möglichkeiten des Staates, relevante Gruppen einzubinden, die für eine Entwicklung aber einbezogen werden müssten. Als zentrale Aspekte für ein Umdenken sieht der Autor einen Wandel im sozio-ökonomischen Bereich, deliberative Eigentumsrechte und eine Wachstum generierende staatliche Kapazität der Zinspolitik: „this stands in contrast to mainstream views on good governance, where rents have thus far been considered distortionary and an economically active state has been met with suspicion“ (178). Für Ufer ist die Zinspolitik der wichtigste Bereich, in dem umgedacht werden müsse. Denn, so betont er, „the creation of productive classes, markets, and hence industrialization and development are political products“ (172). Zudem ist für Ufer gerade die Etablierung regionaler Märkte von zentraler Bedeutung. Erst so könnten in Entwicklungsländern überhaupt jene Bedingungen geschaffen werden, die der marktliberale Ansatz sucht.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.682.22.212.22 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: André Ufer: Rethinking Good Governance in Developing Economies. Baden-Baden: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30277-rethinking-good-governance-in-developing-economies_35929, veröffentlicht am 24.03.2009. Buch-Nr.: 35929 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA