/ 22.06.2013
Ludger Basten (Hrsg.)
Metropolregionen – Restrukturierung und Governance. Deutsche und internationale Fallstudien
Dortmund: Verlag Dorothea Rohn 2009 (Metropolis und Region 3); 152 S.; 26,- €; ISBN 978-3-939486-34-3Der Band ist aus einer Vortragsreihe hervorgegangen, die vom Stadt- und Regionalwissenschaftlichen Forschungsnetzwerk Ruhr (SURF-Ruhr), einem Zusammenschluss akademischer Forschungsinstitutionen im Ruhrgebiet, veranstaltet wurde. In ausgewählten Fallstudien, die für die Veröffentlichung weiterentwickelt und zum Teil neu geschrieben wurden, werden – „ausgehend vom gegenwärtigen Metropolendiskurs in Deutschland“ (15) – die metropolitanen Entwicklungen und Trends in Europa, Kanada, Lateinamerika und Asien untersucht. In den Beiträgen wird aus unterschiedlichen Perspektiven u. a. Bezug auf die verbreitete These von Metropolen als Motoren für ökonomische Entwicklung genommen. Europa bildet einen Schwerpunkt. Stefan Krätke stellt die Ergebnisse seiner Auswertung von Daten der Eurostat-Regionaldatenbank über 57 Großstadtregionen im EU-Raum für den Zeitraum von 1997-2005 vor. Dabei zeigt sich, dass eine Metropolisierung erfolgt, die sich vorrangig auf wissensintensive Wirtschaftsaktivitäten bezieht. Diese seien aber „keineswegs die allein bestimmende Komponente im Strukturwandel zur knowledge economy“, schreibt Krätke und zeigt auf, dass die „forschungsintensiven Industrien ein ebenso prägender Bestandteil dieses Prozesses sind“ und es „starke Argumente für eine aktive industrielle Entwicklungspolitik der Großstadtregionen“ (55) gebe. In drei Einzelfallstudien zu Stuttgart, Amsterdam und London werden verschiedene Ansätze und Instrumente metropolitaner Politik illustriert und Fragen der Governance von Metropolregionen untersucht. Die außereuropäischen Beispiele betreffen die Metropolen Tokio und Toronto. Für Letztere beschreibt Roger Keil den Prozess eines metropolitanen Regionalismus, in dessen Zuge eine „komplexe Mischung“ von in der Metropolitanisierung involvierten Akteuren entstanden sei und sich „Gelegenheiten für die Neuregulierung staatlich-zivilgesellschaftlicher Beziehungen“ (92) eröffnet haben. In seinem Überblicksbeitrag über typische Entwicklungen und Steuerungsprozesse in lateinamerikanischen Städten lenkt Rainer Wehrhahn den Blick auf die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Formen von Urban Governance und sozialen Polarisierungen.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.21 | 2.2 | 2.325 | 2.61 | 2.64 | 2.65 | 2.68
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Ludger Basten (Hrsg.): Metropolregionen – Restrukturierung und Governance. Dortmund: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32428-metropolregionen--restrukturierung-und-governance_38692, veröffentlicht am 09.06.2010.
Buch-Nr.: 38692
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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