/ 21.06.2013
Stefan Rinke
Kleine Geschichte Chiles
München: C. H. Beck 2007 (Beck'sche Reihe 1776); 203 S.; 12,95 €; ISBN 978-3-406-54804-8Chile ist für die Politikwissenschaft in mehrfacher Hinsicht ein interessantes Land. In den letzten drei Jahrzehnten hatte es immer wieder „Modellcharakter”: der demokratische Sozialismus Allendes, die brutale Militärdiktatur unter Pinochet in Verbindung mit einer radikalen neoliberalen Wirtschaftspolitik, die friedliche Rückkehr zur Demokratie verbunden mit einer schwierigen Vergangenheitsbewältigung und die Transition zu einem inzwischen politisch und ökonomisch stabilen Staat im krisenerprobten Lateinamerika. Dies alles sind wichtige Themen in der ersten deutschsprachigen zusammenfassenden Darstellung von Chiles Geschichte. In den sechs Kapiteln beginnt Rinke mit einem Überblick zur Urbevölkerung und zur spanischen Eroberung. Ab dem zweiten Kapitel widmet er sich dann dem eigentlichen Staat Chile, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts seine Unabhängigkeit erlangte. Aus politikwissenschaftlicher Sicht sind vor allem die letzten beiden Kapitel interessant, in denen der Autor die Phase seit den 70er-Jahren erzählt. Wer sich erstmals damit befasst, erhält eine gute Einführung. Jedoch lässt eine solche „kleine Geschichte Chiles” keinen Platz für Vertiefungen. Insofern liegt die Stärke des Buches darin, in gut lesbarer Form einen Überblick über Chiles Geschichte zu bieten und somit neuere Entwicklungen in den historischen Kontext zu stellen.
Christoph Busch (CHB)
Dr., Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen.
Rubrizierung: 2.65
Empfohlene Zitierweise: Christoph Busch, Rezension zu: Stefan Rinke: Kleine Geschichte Chiles München: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28215-kleine-geschichte-chiles_33191, veröffentlicht am 02.04.2008.
Buch-Nr.: 33191
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Dr., Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen.
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