/ 22.06.2013
Kenya Reconstructing?
Roseline M. Achieng
Kenya Reconstructing? Building Bridges of Peace. Post-Conflict Transformation Processes As Human Security Mechanisms
Zürich/Berlin: Lit 2012 (Demokratie und Entwicklung 65); 115 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-643-90174-3Diss. Bielefeld; Begutachtung: G. Lachenmann. – Dem Buch liegt eine Feldforschung an vier verschiedenen Plätzen in der Provinz Rift Valley in Kenia in den Jahren 2000 und 2001 zugrunde. Wie viele Regionen des Landes wurde auch sie Schauplatz von zahlreichen ethnischen Konflikten, in deren Folge viele Einwohner vertrieben wurden. Im Zentrum des Buches steht die Frage, welche Folgen sich aus dieser lokalen Verdrängung und der daraus resultierenden Heimatlosigkeit ergeben haben. Dafür bearbei...
Roseline M. Achieng
Kenya Reconstructing? Building Bridges of Peace. Post-Conflict Transformation Processes As Human Security Mechanisms
Zürich/Berlin: Lit 2012 (Demokratie und Entwicklung 65); 115 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-643-90174-3Diss. Bielefeld; Begutachtung: G. Lachenmann. – Dem Buch liegt eine Feldforschung an vier verschiedenen Plätzen in der Provinz Rift Valley in Kenia in den Jahren 2000 und 2001 zugrunde. Wie viele Regionen des Landes wurde auch sie Schauplatz von zahlreichen ethnischen Konflikten, in deren Folge viele Einwohner vertrieben wurden. Im Zentrum des Buches steht die Frage, welche Folgen sich aus dieser lokalen Verdrängung und der daraus resultierenden Heimatlosigkeit ergeben haben. Dafür bearbeitet die Autorin als beobachtende Teilnehmerin Fallstudien auf der Grundlage des Ansatzes der Grounded Theory. Vornehmlich geht es um heimatlose Frauen und deren Umgang mit der neuen Situation und den damit einhergehenden existenziellen Unsicherheiten. Achieng‘ stellt fest, dass diese Frauen durch ihre Interaktion und ihre Handlungen neue Wege finden, ihren Alltag zu bewältigen und dabei soziale Transformationen einleiten. Diese beziehen sich auf Neuinterpretationen von Regeln im Hinblick auf den Handel und der Mittel der Einkommenserzielung sowie auf Neudefinitionen des Geschlechterverständnisses und der ethnischen Beziehungen. Auf diese Weise deckt die Autorin sich aus den kenianischen Konflikten ergebende Prozesse auf, die sie als Formen eines gesellschaftlichen Wiederaufbaus interpretiert. Es zeigt sich hier also, wie die betroffenen Bürgerinnen trotz widriger Umstände aktiv ihr Leben gestalten. Die Autorin identifiziert neue Formen von Solidarität, Reziprozität und Kooperation, die auf der lokalen Ebene über ethnischen Grenzen und Geschlechterdifferenzen hinweg eine Art von offener pluralistischer Gesellschaft entstehen lassen. Ob Kenia sich jedoch dadurch in einer nachhaltigen Wiederaufbauphase befindet, lässt sich der Autorin zufolge zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Insgesamt handelt es sich um eine interessante Studie, die um der Leserfreundlichkeit willen einen größeren Schriftgrad verdient hätte.
Jan Achim Richter (JAR)
Dipl.-Politologe, Doktorand, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.67
Empfohlene Zitierweise: Jan Achim Richter, Rezension zu: Roseline M. Achieng: Kenya Reconstructing? Zürich/Berlin: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/35209-kenya-reconstructing_42395, veröffentlicht am 09.08.2012.
Buch-Nr.: 42395
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Dipl.-Politologe, Doktorand, Universität Hamburg.
CC-BY-NC-SA