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/ 20.06.2013
Thomas Eger (Hrsg.)

Institutionen und wirtschaftliche Entwicklung

Berlin: Duncker & Humblot 2003 (Schriften des Vereins für Socialpolitik N. F. 298); 240 S.; 64,- €; ISBN 3-428-11361-6
Die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes werde nicht nur von der glaubwürdigen Durchsetzung effizienter Eigentumsrechte beeinflusst, schreibt der Herausgeber, wozu neben dem Besitz an Grund und Boden beispielsweise auch die Patentrechte gehörten. Auch die Institutionen zählten zu den Faktoren, die einen bestimmenden Einfluss hätten. In volkswirtschaftlichen Analysen leiten die Autoren im ersten Teil den Einfluss einiger institutioneller Variablen auf das Wirtschaftswachstum theoretisch her und überprüfen diesen empirisch. So untersucht beispielsweise Martin Leschke die Wohlstands- und Wachstumsunterschiede zwischen 80 Ländern in den Neunzigerjahren, wobei er die politische Verfassung dieser Länder berücksichtigt. Nicht alle Aufsätze sind allerdings überzeugend. So befragte Stefan Voigt Verfassungsexperten aus 94 Ländern zur Unabhängigkeit des höchsten Gerichts ihres Landes. In seinen de jure- und de facto-Ranglisten der Justizunabhängigkeit kommt er aus politikwissenschaftlicher Sicht zu völlig unsinnigen Ergebnissen: In der de jure-Tabelle taucht Russland auf Platz sieben auf, in der de facto-Tabelle die Türkei sogar auf Platz fünf, während viele etablierte Demokratien auf mittleren Plätzen landeten. Der Autor räumt selbst ein, dass einige (?) der befragten Experten mit ihren Antworten politische Ziele verfolgt hätten. Im zweiten Teil konzentrieren sich die Autoren auf den Zusammenhang zwischen Institutionen des Finanzsektors und wirtschaftlicher Entwicklung, ein untersuchtes Beispiel ist China. Insgesamt ist dieser Sammelband für Politikwissenschaftler nur sehr bedingt lesenswert. Aus dem Inhalt: 1. Theoretische Konzepte und empirische Befunde Martin Leschke: Der Einfluss von Institutionen auf den Wohlstand und das Wachstum. Eine empirische Analyse für die 90er Jahre (23-55) Stefan Voigt: Versprechen glaubhaft machen - zwei neue Indikatoren zur Messung von Justizunabhängigkeit (59-84) Dirk Wentzel: Wirtschaftliche Entwicklung und Selbstregulierung (91-124) Herbert Brücker / Philipp J. H. Schröder: Externe Konditionalität und weiche Budgetrestriktionen: Eine theoretische und empirische Analyse am Beispiel der EU-Osterweiterung (129-158) 2. Institutionen des Finanzsektors, Kapitalallokationen und wirtschaftliche Entwicklung Uwe Vollmer: Finanzintermediation und wirtschaftliche Entwicklung (165-181) Margot Schüller: Der institutionelle Wandel der Finanzintermediation in der VR China (183-217) Theresia Theurl: Internationale Finanzmarktregulierung: Begründung und Institutionalisierung (219-238)
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 5.452.223.52.68 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Thomas Eger (Hrsg.): Institutionen und wirtschaftliche Entwicklung Berlin: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22371-institutionen-und-wirtschaftliche-entwicklung_25518, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25518 Rezension drucken
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