/ 18.06.2013
Tim Thomas Goydke
Industrial Policy in East Asia: The Challenge of Globalisation
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2002 (Schriftenreihe zur Ostasienforschung 16); 270 S.; brosch., 45,- €; ISBN 3-7890-8326-7Wirtschaftswiss. Diss. Duisburg (Institut für Ostasienwissenschaften); Gutachter: W. Pascha. - Japan und Korea haben seit den 50er- beziehungsweise 60er-Jahren ein schnelles wirtschaftliches Wachstum erlebt. Ursächlich hierfür ist die dort realisierte Industriepolitik, die sich auf ein Konzept einer staatsgelenkten Entwicklung stützt. Warum war die Industriepolitik in Ostasien erfolgreicher als in anderen Ländern und Regionen der Welt? Ursächlich hierfür sei - so Goydke - die Konzentration auf das Ziel des wirtschaftlichen Wachstums und eine „Aufholjagd", also das Bemühen, bereits weiter entwickelte Ökonomien schnell einzuholen. Das Zusammenspiel aus Ministerialbürokratien, Politik und Großunternehmen habe dazu geführt, dass beide Länder ihre Entwicklungsziele erreichen konnten: Japan in den 80er-Jahren und Korea rund 10 Jahre später. Aufgrund der Globalisierung haben sich die Bedingungen verändert und die Wirksamkeit der einst erfolgreichen Hebel nimmt ab, da staatliche Instrumente an Landesgrenzen gebunden bleiben. Japan und Korea bieten sich aufgrund struktureller Ähnlichkeiten im Entwicklungsweg für eine vergleichende Studie insofern an, als beide Länder ähnliche ökonomische Modelle gewählt haben, der Autor spricht hier von einem ostasiatischen Entwicklungsmodell. In welcher Weise reagieren die beiden Länder nun auf die Herausforderungen durch die Globalisierung? Zu diesem Zweck entwickelt er vier Szenarien, wobei er zu der These neigt, wonach die Änderungen so grundsätzlich sind, dass das ostasiatische Modell in der bisherigen Form nicht länger für Japan und Korea Gültigkeit hat. Der Autor prognostiziert, dass sich die Wirtschaftspolitik zukünftig stärker an marktwirtschaftlichen Prinzipien orientieren und die Rolle des Staates eher in den Hintergrund treten wird. Dennoch kann die ostasiatische Erfahrung - unter Berücksichtigung gewisser Bedingungen - als ein Modell für Entwicklungsländer angesehen werden.
Aus dem Inhalt: 3. Experiences with Industrial Policy in Japan and Korea in the Post-war Period; 4. Institutions and Actors of Industrial Policy in East Asia; 5. Industrial Policy as a Means of Market Co-ordination; 6. The Phenomenon of Globalisation; 7. The Impact of Globalisation on Industrial Policy Institutions and Actors in East Asia; 8. The Impact of Globalisation on Co-ordination Institutions; 9. The East-Asian Case as a Model for Developing Economics.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.68 | 2.262
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Tim Thomas Goydke: Industrial Policy in East Asia: The Challenge of Globalisation Baden-Baden: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18314-industrial-policy-in-east-asia-the-challenge-of-globalisation_21193, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 21193
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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