/ 22.06.2013
Louis Perron
How to overcome the power of incumbency in election campaigns
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2010 (Kommunikation in Politik und Wirtschaft 3); 294 S.; 39,- €; ISBN 978-3-8329-5853-4Politikwiss. Diss. Zürich; Gutachter: H. Kriesi, A. Römmele. – Der Autor vertritt die These, dass Wahlergebnisse in der Gegenwart selbst wenige Tage oder Stunden vor einer Wahl nicht genau vorherzusagen seien. Auch würden sich Wahlsiege in vielen Staaten gleichermaßen auf opponierende Lager verteilen. Zudem hätten sich die Organisationsformen der Parteien und deren mediales Umfeld verändert. Dabei würden externe Medienexperten zunehmend wichtiger. Vor diesem Hintergrund verweist der Autor auf die ausschlaggebende Bedeutung von Wahlkampagnen. Konträr zu vielen Untersuchungen, die den Nachweis einer zunehmenden Amerikanisierung von Wahlkampagnen zum Gegenstand haben, gelingt Perron der Nachweis, dass sich bestimmte Strategien auch im transnationalen Kontext erfolgreicher erweisen als andere. Er untersucht hierzu vier opponierende Kandidatenpaare aus Westeuropa, den USA, Asien und Lateinamerika. Als Sieger aus den von ihm analysierten Wahlen gingen Gerhard Schröder, Bill Clinton und Joseph Estrada hervor. Die unterlegenen Kandidaten waren Rudolf Scharping, John Kerry und Fernando Poe jr. Der brasilianische Politiker Luiz Inácio Lula da Silva wird in beiden Rollen untersucht, 1998 hatte er die Wahl verloren, 2003 gewonnen. Im Vordergrund der Analyse stehen die Bedeutung der politischen Botschaft, die Bemühungen um eine moderate die Mehrheitsmeinung abbildende Politik, das Timing und die Intensität der Kampagne sowie die Kampagneneignung der Kandidaten im Vordergrund. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass es sowohl Bill Clinton als auch Gerhard Schröder gelungen sei, sich als Vertreter einer neuen und modernden Generation zu präsentieren und sich so von den Amtsinhabern abzuheben. Beide Politiker konnten mit dieser Strategie die politischen Defizite und Probleme des Amtsinhabers für sich nutzen. In Bezug auf den zeitlichen Rahmen der Kampagnen stellt Perron fest, dass keine Wahl verloren gegangen sei, weil ein Kandidat frühzeitig mit der Planung seiner Kampagne begonnen habe.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.22 | 2.332 | 2.64 | 2.65 | 2.68
Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Louis Perron: How to overcome the power of incumbency in election campaigns Baden-Baden: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/33502-how-to-overcome-the-power-of-incumbency-in-election-campaigns_40091, veröffentlicht am 20.04.2011.
Buch-Nr.: 40091
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