/ 21.06.2013
Andrés González
Governance for the 21st Century. The Fight Against Corruption in Latin America
Wien/Berlin: Lit 2007 (Fragen politischer Ordnung in einer globalisierten Welt 6); V, 325 S.; brosch., 29,90 €; ISBN 978-3-8258-9916-5Diss. München; Gutachter: F. Kratochwil; D. Herz. – Warum ist Korruption heute noch ein so verbreitetes Phänomen in Südamerika? Diese Frage bildet den Ausgangspunkt für González’ vergleichende Studie, in der er Korruption und Korruptionsbekämpfung in Argentinien, Chile und Ekuador untersucht. Dabei bezieht er Aspekte aus der Wirtschafts- und Politikwissenschaft, der Anthropologie und den Internationalen Beziehungen ein. Die von ihm fein herausgearbeitete Vielschichtigkeit der Korruptionsforschung macht die theoretische Einordnung besonders gelungen. Interessant erscheint in diesem Zusammenhang die vom Autor formulierte Vorstellung von einer „pax corrupta“, die das Anwachsen international organisierter Korruption jenseits nationaler Grenzen beschreibt. González bestätigt anhand der drei Fallbeispiele den negativen Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und der Verbreitung von Korruption. Bei der Beantwortung der Ausgangsfrage stehen vor allem drei Faktoren im Vordergrund: 1. Die Schwäche der politischen Institutionen begünstigt die Korruption, die mit der Demokratisierungswelle kaum abgenommen hat. 2. Wirtschaftliche Krisen steigern die Bereitschaft zu korrupten Handlungen. 3. Die große Bedeutung von Netzwerken sowie die Kultur des „gift giving“ verwischen dem Autor zufolge die Grenzen zwischen Korruption und Nicht-Korruption.
Jost Wübbeke (JW)
Student, Lehrstuhl für Internationale Politik, Ruhr-Universität Bochum.
Rubrizierung: 2.65 | 2.2 | 2.22 | 2.23 | 4.3 | 4.45
Empfohlene Zitierweise: Jost Wübbeke, Rezension zu: Andrés González: Governance for the 21st Century. Wien/Berlin: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28544-governance-for-the-21st-century_33636, veröffentlicht am 03.04.2008.
Buch-Nr.: 33636
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Student, Lehrstuhl für Internationale Politik, Ruhr-Universität Bochum.
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