/ 04.06.2013
Hans-Joachim Beth / Reinhard Brühl / Dieter Dreetz (Hrsg.)
Forschungen zur Militärgeschichte. Probleme und Forschungsergebnisse des Militärgeschichtlichen Instituts der DDR
Berlin: trafo verlag dr. wolfgang weist 1998 (Gesellschaft - Geschichte - Gegenwart 11); 339 S.; 62,80 DM; ISBN 3-89626-098-7Der Sammelband - die Autoren waren entweder am Militärgeschichtlichen Institut (MGI) oder in anderen Einrichtungen der DDR beschäftigt - bietet den Versuch einer kritischen Bestandsaufnahme der Militärgeschichtsschreibung in der DDR. "Im Hintergrund der Darlegungen steht zumeist die Frage, wo Erkenntnisgewinn erzielt werden konnte und wo parteipolitisch geprägtes Legitimationsbedürfnis den Wert der Forschungsergebnisse minderte oder zunichte machte." (7 f.) Das Ergebnis ist eine kleine Wissenschaftsgeschichte der Militärforscher in der DDR, die nicht nur die Fortschritte und Schwerpunkte anspricht und erläutert, sondern auch immer wieder das Dilemma der Militärhistoriker zeigt: einerseits die politischen und ideologischen Vorgaben vor allem der Politischen Hauptverwaltung der NVA zu befolgen, aber andererseits erkennen zu müssen, daß die ideologischen Vorgaben so manche Perspektive zuschüttete, weil sie mit dem verordneten Weltbild nicht zu vereinbaren war.
Inhalt: Reinhard Brühl: Militärgeschichtsschreibung in der DDR. Zu Anliegen und Problemen eines Neubeginns (9-40); Kurt Schützle: Die Militärgeschichtswissenschaft der DDR und das System wissenschaftlicher Erkenntnisse über Krieg und Streitkräfte (41-54); Helmut Schnitter: Zur Erforschung militärgeschichtlicher Probleme der älteren deutschen Geschichte vom Frühmittelalter bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts (55-72); Werner Knoll: Forschungen zur Vorgeschichte und Geschichte des Ersten Weltkrieges (73-86); Gerhart Hass: Zur Geschichts- und Militärgeschichtsschreibung der DDR über den Zweiten Weltkrieg. Ansprüche - Widersprüche - Bilanz (87-111); Werner Stang: sine ira et studio? Einige Gedanken über die Forschungen zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges (113-126); Erhard Moritz: Zur deutsch-sowjetischen Zusammenarbeit bei der Herausgabe der "Geschichte des zweiten Weltkrieges 1939-1945" (127-146); Günther Glaser: Zur Darstellung der militärpolitischen und militärischen Beziehungen DDR-UdSSR und im Warschauer Pakt. Eine Rückschau (147-187); Lothar Schröter: Forschungen zur Militärgeschichte der NATO und der BRD in den 70er und 80er Jahren (189-211); Karl Nuß: Die Zeitschrift "Militärgeschichte" (1962-1990) (213-236); Norbert Müller: Das "Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte" - ein bedeutsames Arbeitsergebnis der Militärgeschichtsschreibung der DDR (237-248); Otto Hennicke: Probleme mit der Parteilichkeit. Aus persönlichen Aufzeichnungen (1996) (249-259); Wilfried Hanisch: Militärgeschichtswissenschaft im Erneuerungsprozeß. Ansätze einer Neuorientierung der Militärhistoriker der DDR auf einem Kolloquium Anfang 1990 (261-292); Dieter Dreetz: Das sanfte Ende des MGI (293-308); Renate Stang / Werner Stang: Bibliographie der Forschungsarbeiten am MGI (309-333).
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 2.313 | 2.62
Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Hans-Joachim Beth / Reinhard Brühl / Dieter Dreetz (Hrsg.): Forschungen zur Militärgeschichte. Berlin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5213-forschungen-zur-militaergeschichte_6844, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 6844
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Dr., Historiker.
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