/ 21.06.2013
Andreas Langenohl / Kirsten Westphal (Hrsg.)
Conflicts in a Transnational World. Lessons from Nations and States in Transformation
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2006 (Schriften zur Internationalen Entwicklungs- und Umweltforschung 16); IX, 271 S.; pb., 42,- €; ISBN 978-3-631-54494-5Die Beiträge des Bandes gehen zurück auf eine internationale Konferenz, die im Jahr 2002 an der Justus-Liebig-Universität Gießen stattfand. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Auswirkungen ökonomische, politische und kulturelle Transnationalisierungsprozesse auf Staaten haben, die sich in einem politischen und sozialen Transformationsprozess befinden und wie sich diese internen Konflikte wiederum auf die Einbindung des Staates in politische, ökonomische und soziokulturelle Strukturen auf transnationaler Ebene auswirken. Die Gleichzeitigkeit und wechselseitige Beeinflussung dieser Prozesse stellt besonders Staaten mit unkonsolidierten gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen („conditioned states/nations“ [4]) vor enorme Herausforderungen. Inhaltlich werden neben der konzeptionellen Einleitung die Auswirkungen auf drei Gebiete bearbeitet: Staatliche Souveränität, Konflikte zwischen Staat und Markt und soziokulturelle Konflikte. Dies wird anhand von Fallbeispielen aus Lateinamerika, Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion behandelt. Grävingholt zeigt am Beispiel Russlands nach dem Zerfall der Sowjetunion auf, wie sich regionale Autonomieansprüche auf die staatliche Souveränität auswirken. Akçali verdeutlicht am Beispiel der EU-Integrationsdebatte in der Türkei, dass die Souveränitätsfrage mit der Frage nach der Identität einer Gesellschaft verbunden ist. Die vor allem durch ökonomische Transnationalisierungsprozesse verstärkten Konflikte zwischen Staat und Markt werden u. a. am Beispiel des osteuropäischen Energiesektors analysiert. Die Herausgeber konstatieren, dass die Transnationalisierung politischer und ökonomischer Grenzen zu innergesellschaftlichen Konflikten über die Wohlstandsverteilung führen kann. Der oft postulierten Bedeutungslosigkeit des Staates im Zeitalter der Globalisierung widersprechen die Herausgeber deutlich, da der Staat ihrer Ansicht nach diejenige Einheit darstellt, die Transnationalisierungsprozesse regeln und gar erst auf den Weg bringen kann.
Marius Sauter (MDS)
Student, Institut für Politikwissenschaft, Universität Tübingen.
Rubrizierung: 2.2 | 2.22 | 2.61 | 2.62 | 2.63 | 2.65
Empfohlene Zitierweise: Marius Sauter, Rezension zu: Andreas Langenohl / Kirsten Westphal (Hrsg.): Conflicts in a Transnational World. Frankfurt a. M. u. a.: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26422-conflicts-in-a-transnational-world_30791, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30791
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Student, Institut für Politikwissenschaft, Universität Tübingen.
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