/ 11.06.2013
Reinhard Brunner / Peter Kelbel (Hrsg.)
Anthropologie, Ethik und Gesellschaft. Für Helmut Fahrenbach
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2000; 239 S.; kart., 34,77 €; ISBN 3-593-36636-3Fahrenbach, der in Tübingen Philosophie lehrte, stieß, weil er aus seinem Engagement für einen demokratischen Sozialismus keinen Hehl machte, nicht nur bei der baden-württembergischen Kultusbürokratie auf skeptische Zurückhaltung. Dass für Fahrenbach in Lehre und Forschung die "Konstellation von Existenzialismus und Marxismus [...] (im Sinne des frühen Marcuse und späten Sartre) philosophisch und politisch prinzipiell maßgeblich geblieben ist" (184), könnte aus der Sicht der gerade gängigen kons...
Reinhard Brunner / Peter Kelbel (Hrsg.)
Anthropologie, Ethik und Gesellschaft. Für Helmut Fahrenbach
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2000; 239 S.; kart., 34,77 €; ISBN 3-593-36636-3Fahrenbach, der in Tübingen Philosophie lehrte, stieß, weil er aus seinem Engagement für einen demokratischen Sozialismus keinen Hehl machte, nicht nur bei der baden-württembergischen Kultusbürokratie auf skeptische Zurückhaltung. Dass für Fahrenbach in Lehre und Forschung die "Konstellation von Existenzialismus und Marxismus [...] (im Sinne des frühen Marcuse und späten Sartre) philosophisch und politisch prinzipiell maßgeblich geblieben ist" (184), könnte aus der Sicht der gerade gängigen konstruktivistischen Strömungen eigentümlich überholt erscheinen. Tatsächlich jedoch erweist sich die von Fahrenbach betriebene systematische Verbindung von philosophischer Anthropologie, normativer Theorie und Gesellschaftsanalyse vor dem Hintergrund der neueren Bemühungen um eine anthropologische Erweiterung der kognitivistischen Moralphilosophie - wie sie etwa von Honneth verfolgt wird - als außerordentlich anschlussfähig. Das dokumentiert auch dieser Sammelband, der auf ein im Dezember 1998 in Tübingen veranstaltetes Symposion zurückgeht.
Inhalt: Dieter Henrich: Wissen, Vergewisserung und die Frage "Was ist der Mensch?" (19-43); Günter Dux: Historisch-genetische Theorie der Moral. Die Moral im Schisma der Logiken (44-76); Ernst Tugenhat: Heideggers "Man" und die Tiefendimension der Gründe (77-100); Axel Honneth: Anerkennungsbeziehungen und Moral. Eine Diskussionsbemerkung zur anthropologischen Erweiterung der Diskursethik (101-111); Lothar Schäfer: Grundfragen einer ökologischen Ethik (112-127); Eberhard Braun: Befreiung. Ein Ästhetisieren der Moral (128-146); Meinert A. Meyer: Zeigen und lernen - auch im Bereich der Moral. Didaktische Reflexionen im Anschluß an Ludwig Wittgenstein (147-164); Jörg Zimmermann: Ästhetische Existenz. Zur Genese und Aktualität einer anthropologischen Fragestellung (165-181); Helmut Fahrenbach: Philosophische Anthropologie - Ethik - Gesellschaftstheorie. Grundzüge einer anthropologisch-ethisch zentrierten Philosophie (182-234).
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.44 | 5.42
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Reinhard Brunner / Peter Kelbel (Hrsg.): Anthropologie, Ethik und Gesellschaft. Frankfurt a. M./New York: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12629-anthropologie-ethik-und-gesellschaft_15096, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 15096
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
CC-BY-NC-SA