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Heinz-Gerd Schmitz

Zur Legitimität der Kriminalstrafe. Philosophische Erörterungen

Berlin: Duncker & Humblot 2001 (Schriften zur Rechtstheorie 204); 205 S.; 64,- €; ISBN 3-428-10572-9
Man kann durchaus finden, dass jemand überhaupt nicht (starker Abolitionismus) oder nicht mit bestimmten Strafen (z. B. Todesstrafe) bestraft werden darf (schwacher Abolitionismus), nur weil er etwas getan hat, das dem Staat, aus welchen Gründen auch immer, missfällt. Jedenfalls bedarf eine Bestrafung grundsätzlich der Legitimation. Dabei unterscheidet der Autor drei Argumentationsfiguren, die in diesem Zusammenhang häufig verwendet werden: Vergeltung der Tat selbst (tatorientierte Theorien); negative indirekte Folgen der Tat (ergebnisorientierte Theorien) oder Besserung des Täters (täterorientierte Theorien). Die Arbeit diskutiert zunächst alle drei Ansätze und kommt dabei zu dem Ergebnis, dass keine der drei Theorien geeignet ist, eine kohärente Legitimation von Strafen zu ermöglichen, ebenso ist der Verzicht auf Strafen überhaupt unhaltbar. Vor diesem Hintergrund entwickelt der Autor seine semiotisch inspirierte Auffassung des reformulierten Retributionismus, die bestimmte Implikationen des schwachen Abolitionismus umgeht. Demnach sind Strafen u. a. dann legitim, wenn im "Wie" der Strafe der Rechtsgrund ihres "Dass" sichtbar bleibt (191).
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 5.44 | 5.42 | 2.263 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Heinz-Gerd Schmitz: Zur Legitimität der Kriminalstrafe. Berlin: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/16103-zur-legitimitaet-der-kriminalstrafe_18455, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 18455 Rezension drucken