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Anita Maaß

Wohnen in der DDR. Dresden-Prohlis: Wohnungspolitik und Wohnungsbau 1975 bis 1981

München: Martin Meidenbauer Verlag 2006 (Forum Deutsche Geschichte 14); 332 S.; pb., 39,90 €; ISBN 978-3-89975-610-4
Geschichtswiss. Magisterarbeit TU Dresden. – Die Versorgung mit Wohnraum war ein wichtiges Element der Sozialpolitik der DDR und diente der politisch-ideologischen Legitimierung der SED-Herrschaft, schreibt Maaß und untersucht am Beispiel des Neubaugebietes in Dresden-Prohlis Anspruch und Wirklichkeit der Wohnungsbaupolitik der DDR. Die Autorin verbindet in dieser Arbeit zwei Perspektiven auf das Thema Wohnen: Zum einen geht es um Alltagsgeschichte und zum anderen um Fragen der Programmatik von Wohnungspolitik, die das Verhältnis von Herrschaft und Gesellschaft in den Mittelpunkt rücken. Unter Anwendung des Eigensinn-Konzepts von Alf Lüdtke fragt sie, inwieweit die Wohnungsbaupolitik zur Integration der Bürger in eine sozialistische Gesellschaft beitragen konnte. Hierfür untersucht sie u. a. die Möglichkeiten der Hausbewohner für individuelle Lebensstile und die Spielräume für herrschaftsabweichendes Verhalten. Im Ergebnis zeigt sich zum einen, dass die Vorstellungen von der Verbesserung der Lebensverhältnisse und ihre Realisierung weit auseinanderklafften und zum anderen findet die These Bestätigung, dass es „der DDR-Führung nicht gelang, ihre Herrschaft uneingeschränkt durchzusetzen.“ (171) Vielmehr, so das Fazit, „bestimmten die jeweiligen Eigeninteressen und eigenen Bedürfnisse, wie stark sich die Bürger in das Gesellschaftssystem integrierten“ (180).
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.314 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Anita Maaß: Wohnen in der DDR. München: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/27114-wohnen-in-der-ddr_31661, veröffentlicht am 16.08.2007. Buch-Nr.: 31661 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken