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Weltbank

Weltentwicklungsbericht 2008. Agrarwirtschaft für Entwicklung

Düsseldorf: Droste Verlag 2008; XVIII, 422 S.; 39,95 €; ISBN 978-3-7700-1296-1
Zum ersten Mal nach 25 Jahren widmet die Weltbank ihren Weltentwicklungsbericht der Agrarwirtschaft und verleiht damit einem politisch stark vernachlässigten Thema die nötige Aufmerksamkeit. Die (nicht neue) Erkenntnis, dass die Landwirtschaft einen für Armutsbekämpfung und nachhaltige Entwicklung zentralen Sektor darstellt, bildet den Ausgangspunkt der hier angestellten Diagnosen über die Vielfalt sowie die Leistungen und Unsicherheiten des Agrarsektors. Drei Fragen stehen im Mittelpunkt des Berichts: „Welchen Beitrag kann die Agrarwirtschaft zur Entwicklung leisten? [...] Welche effektiven Instrumente zur Nutzung der Agrarwirtschaft für Entwicklung gibt es? [...] Wie lassen sich Agenden mit dem Ziel ‚Agrarwirtschaft für Entwicklung’ am besten umsetzen?“ (2 f.) In dem Bericht wird durchgängig zwischen drei „Agrarwelten“ unterschieden; in den Agrarländern (meist subsaharisches Afrika) seien andere Bedingungen, Chancen und Herausforderungen der Landwirtschaft gegeben als in den Transformationsländern (meist Süd- und Ostasien, Nahost und Nordafrika) sowie in den urbanisierten Ländern (meist Lateinamerika, Europa und Zentralasien). Entsprechend seien jeweils eigene Strategien und Maßnahmen zu entwickeln. Es wird eingeräumt, dass eine verbesserte Agrarpolitik allein nicht ausreiche, sondern „ganzheitliche, multisektorale Ansätze nötig“ (271) seien. Dieser Anspruch schlägt sich jedoch nicht in dem hier vorgestellten Ansatz des „strategischen Diamanten“ (272) nieder. Dessen vier strategische Ziele sind auf die Steigerung der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft gerichtet, die u. a. durch gen- und biotechnologische Innovationen, Exportsteigerungen und Außenhandelsliberalisierung sowie durch eine gute Governance des Agrarsektors erreicht werden sollen. Damit folgen die Empfehlungen des Berichts den altbekannten marktliberalen Konzepten der Weltbank und es verbleibt insgesamt der Eindruck, dass aus richtigen Diagnosen nicht unbedingt stimmige Schlussfolgerungen gezogen wurden.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.44 | 4.43 | 2.26 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Weltbank: Weltentwicklungsbericht 2008. Düsseldorf: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/30259-weltentwicklungsbericht-2008_35906, veröffentlicht am 11.03.2009. Buch-Nr.: 35906 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken