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Barbara Laubenthal

Vergewaltigung von Frauen als Asylgrund. Die gegenwärtige Praxis in Deutschland

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 1999; 115 S.; 29,- DM; ISBN 3-593-36133-7
Frauen sind auf der Welt häufig in ganz besonderer Weise der Gewalt, Diskriminierung und Mißhandlung seitens ihrer Väter, Brüder und Ehemänner ausgesetzt. Oft bleibt ihnen nur die Flucht ins Ausland, um sich vor diesen Gefahren und Belastungen zu schützen. Doch in den Fluchtländern finden frauenspezifische Fluchtgründe nur selten Anerkennung als Asylgrund. So verhält es sich auch in der Bundesrepublik. Die Autorin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Frauenforschung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, untersucht die Praxis in Deutschland am Beispiel des Fluchtgrunds Vergewaltigung. Besonderes Augenmerk richtet sie auf die Bedingungen und Motive, die für den "schlechten Stand" bei der asylrechtlichen Anerkennung frauenspezifischer Fluchtgründe verantwortlich zeichnen. Sie eruiert, daß hierbei patriarchisch geprägte Strukturen eine Rolle spielen, vor allem aber auch die Absicht, die Zahl der Asylberechtigten zu minimieren. Entsprechend resümiert Laubenthal, zur notwendigen Aufwertung frauenspezifischer Fluchtgründe reiche es nicht aus, "einen Verfolgungsgrund 'Frau' zu einem asylrechtlichen Modell, das sich die Abwehr von Flüchtlingen zur Aufgabe gemacht hat, 'hinzuzuaddieren'" (91 f.). Vielmehr müsse die frauenspezifische Kritik am Asylrecht in eine allgemeine Kritik an der deutschen Asylpolitik eingebettet werden (92).
Detlef Lemke (Le)
Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 2.343 | 4.42 Empfohlene Zitierweise: Detlef Lemke, Rezension zu: Barbara Laubenthal: Vergewaltigung von Frauen als Asylgrund. Frankfurt a. M./New York: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/6435-vergewaltigung-von-frauen-als-asylgrund_8743, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 8743 Rezension drucken