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Karen Bayer / Frank Sparing / Wolfgang Woelk (Hrsg.)

Universitäten und Hochschulen im Nationalsozialismus und in der frühen Nachkriegszeit

Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2004; 292 S.; kart., 60,- €; ISBN 3-515-08175-5
Der Sammelband dokumentiert Teilergebnisse eines umfangreicheren Forschungsprojektes zur Geschichte der Düsseldorfer Universität, die auf einer gleichnamigen Tagung im Juni 2002 in Düsseldorf präsentiert wurden. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Verklammerung von Hochschule und Politik während der NS-Zeit sowie im Nachkriegsdeutschland. Beide Zeitabschnitte wurden aufgrund der häufigen personellen und strukturellen Kontinuitäten teilweise zusammen betrachtet. Der methodische Schwerpunkt aller Beiträge liegt auf biografischen Ansätzen; betrachtet werden nicht nur die Düsseldorfer Universität, sondern auch andere Hochschulen. Neben einzelnen Persönlichkeiten werden auch unterschiedliche Fachbereiche untersucht. Der letzte Abschnitt hat den Umgang der Hochschulen mit ihrer Vergangenheit zum Thema. Aus dem Inhalt: I. Kollektivbiographische Annäherungen Anette Schröder: Männer der Technik im Dienst von Krieg und Nation. Die Studenten der technischen Hochschule Hannover am Ende der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus (33-52) Joachim Lerchenmueller: Die Reichsuniversität Strassburg: SD-Wissenschaftspolitik und Wissenschaftliche Karrieren vor und nach 1945 (53-79) Carsten Klingemann: Flüchtlingssoziologen als Politikberater in Westdeutschland. Die Erschließung eines Forschungsgebiets durch ehemalige „Reichssoziologen“ (81-123) II. Einzelbiographien Michael Simunek: Getarnt - Verwischt - Vergessen: Die Tätigkeit von em. Univ.-Prof. Mudr. Franz Xaver Luksch (1872-1952) und Univ.-Prof. Dr. med. Carl Gottlieb Bennholdt-Thomsen (1903-1971) im Kontext der NS-„Euthanasie“ auf dem Gebiet des Protektorates Böhmen und Mähren (125-145) Volker R. Remmert: Zwischen Universitäts- und Fachpolitik: Wilhelm Süss, Rektor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (1940–1945) und Vorsitzender der deutschen Mathematiker-Vereinigung (1937-1945) (147-165) Ralf Forsbach: Ein einsamer Nationalsozialist. Der Bonner Pädiater Hans Knauer (1895–1952) (167-181) III. Fächer und Disziplinen Karen Bayer: Die Medizinische Akademie Düsseldorf zwischen Diktatur und Demokratie (183-196) Uwe Hoßfeld: „Rasse“ potenziert: Rassenkunde und Rassenhygiene an der Universität Jena im Dritten Reich (197-218) Ota Konrád: Geisteswissenschaften an der Deutschen Universität in Prag (1938/39-1945) (219-248) IV. Erinnerung und Verfälschung Peter Voswinckel: Damnatio memoriae: Kanonisierung, Willkür und Fälschung in der ärztlichen Biographik (249-270) Oliver Benjamin Hemmerle: „Und hier an dieser heil’gen Stelle, da sollt’ und mußt’ das Denkmal stehen“: Deutschen Hochschulen und Erinnerung bzw. Gedenken (271-285)
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.35 | 2.313 | 2.312 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Karen Bayer / Frank Sparing / Wolfgang Woelk (Hrsg.): Universitäten und Hochschulen im Nationalsozialismus und in der frühen Nachkriegszeit Stuttgart: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/21462-universitaeten-und-hochschulen-im-nationalsozialismus-und-in-der-fruehen-nachkriegszeit_26363, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 26363 Rezension drucken