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Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)

Transformation Index BTI 2014. Political Management in International Comparison

Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung 2014; 135 S.; brosch., 20,- €; ISBN 978-3-86793-520-3
Seit nunmehr zehn Jahren widmet sich die Bertelsmann Stiftung der Frage, wie sich weltweit die Transformationsstaaten entwickeln: in politischer sowie wirtschaftlicher Hinsicht und mit Blick auf die Performanz der politischen Eliten während der Transformation. Die Regeln, nach denen die über fünfzig Indikatoren zu drei Subindizes beziehungsweise zwei Indizes (Status und Management) seither aggregiert werden, mögen theoretisch wenig stichhaltig sein und die Praxis, mit qualitativen Länderurteilen von etwa dreihundert Experten auf quantitative Maßzahlen zu schließen, mag anfechtbar sein. Das ändert indes nichts daran, dass dem Bertelsmann Transformation Index (BTI) großes Gewicht in der Transformationsforschung beigemessen wird. Dazu trägt nicht nur der immense Aufwand bei, den die Stiftung betreibt, um Länderinformationen aus erster Hand zu erhalten, sondern auch ihre Offenheit, wenn es um die normativen Prämissen geht: Die Herausgeber versuchen gar nicht, dem Maßstab, an dem sie die Länder messen, den Anschein objektiv richtiger und zeitlich überdauernder Ziele zu geben, sondern identifizieren sich ganz offen mit der sozialen Marktwirtschaft im demokratisch‑rechtsstaatlichen Rahmen, der dem Zweck gesellschaftlicher Gerechtigkeit und individueller Freiheit dient. Diese Transparenz ist vorbildlich. Die Befunde nach dem Arabischen Frühling, der im Westen ähnliche Hoffnungen auf eine Liberalisierung einer Weltregion geweckt hat wie seinerzeit das Ende des Ostblocks, und durch die Aufnahme Südsudans in die Ländergruppe sind ernüchternd. Demnach hat es weltweit keine nennenswerte Zu‑ oder Abnahme marktwirtschaftlicher Demokratien gegeben. Das liegt einerseits daran, dass sich manche Länder verbesserten, manche verschlechterten; andererseits ist augenfällig geworden, dass bei einer Vielzahl an Staaten eine tiefe Kluft zwischen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und der Demokratiequalität besteht. In Ländern wie Singapur, Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten übertrifft die wirtschaftliche Performanz die politische, in anderen, wie beispielsweise Niger, Liberia oder Malawi, verhält es sich umgekehrt. In der Summe ist zwischen 2011 und 2013 von einem politischen Trend zur Mitte zu sprechen, heißt es resümierend in der Publikation: Die konsolidierten Demokratien sind – wie auch die ‚Hardline‑Autokratien‘ – seltener geworden.
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Rubrizierung: 2.22.12.6 Empfohlene Zitierweise: Tom Mannewitz, Rezension zu: Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Transformation Index BTI 2014. Gütersloh: 2014, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/38362-transformation-index-bti-2014_46683, veröffentlicht am 30.04.2015. Buch-Nr.: 46683 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken