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Sybille Reinke de Buitrago

Threat Images in International Relations. American and German Security Policy on International Terrorism

Marburg: Tectum Verlag 2010 (Politikwissenschaften 37); VIII, 190 S.; 24,90 €; ISBN 978-3-8288-2530-7
Politikwiss. Diss. Hamburg. – Die Autorin geht der Frage nach, wie in Deutschland und in den USA Feindbilder konstruiert und überwunden werden. Zunächst wird eine Einführung in Sozialisations- und Wahrnehmungstheorien geliefert. Auch anthropologische Fragen nach dem Einfluss der Kultur auf das Verhalten der Menschen werden bearbeitet. Feindbilder seien eine extreme Form von Bedrohungswahrnehmung, erläutert die Autorin, die zudem auf die Vorurteilsforschung eingeht. Feindbilder bieten ihrer Analyse nach Orientierung in einer komplexen Welt, stärkten Identitäten und Gruppen und lenkten Aggressionen. Ferner könnten Feindbilder einen Krieg, das Töten und die Aufrüstungspolitik legitimieren. Außerdem dienten sie der Abschreckung und motivierten, Aktionen gegen die angenommene Bedrohung durchzuführen. Reinke de Buitrago untersucht dann ausführlich Faktoren, empirische Ergebnisse und Änderungen der Entscheidungsfindung in der US-amerikanischen und der deutschen Sicherheitspolitik in Bezug auf den Terrorismus. Sie betont, dass soziopolitische, psychologische und theologische Kenntnisse helfen könnten, Feindbilder und dadurch Feindschaften zu reduzieren. Schließlich sei es im Interesse der politischen Entscheidungsträger, eine effektive Politik gegen den internationalen Terrorismus zu formulieren. Daher müssten auch die Friedenspotenziale herausgearbeitet werden. Abschließend analysiert sie die entscheidenden Unterschiede der Politik der beiden Staaten und geht auf die Strategien der transatlantischen Sicherheitskooperation ein. Es wird festgestellt, dass Deutschland und die USA ähnliche Bedrohungswahrnehmungen haben. Oft unterscheiden sie sich aber auch in Detailfragen, besonders wenn es um die Berücksichtigung von psychologisch-kulturellen Faktoren oder um Deeskalationsstrategien geht. Die Möglichkeit einer besseren transatlantischen Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus könnte durch ein größeres Verständnis für die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Wahrnehmungen des internationalen Terrorismus entstehen. Die Zusammenarbeit beider Staaten in der NATO sei zwar schon besser geworden, konkrete gemeinsame Aktionen fehlten aber.
Wahied Wahdat-Hagh (WWH)
Dr., Dipl.-Soziologe und Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 2.263 | 2.343 | 4.2 | 4.41 | 2.64 Empfohlene Zitierweise: Wahied Wahdat-Hagh, Rezension zu: Sybille Reinke de Buitrago: Threat Images in International Relations. Marburg: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/33896-threat-images-in-international-relations_40616, veröffentlicht am 23.06.2011. Buch-Nr.: 40616 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken