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Meinhard Creydt

Theorie gesellschaftlicher Müdigkeit. Gestaltungspessimismus und Utopismus im gesellschaftstheoretischen Denken

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2000 (Campus Forschung 822); 423 S.; kart., 45,- €; ISBN 3-593-36616-9
Philosoph. Diss. Berlin. - Creydt postuliert eine gesellschaftliche Müdigkeit angesichts von Schwierigkeiten der Gesellschaftsgestaltung. Der Autor fokussiert in seiner Arbeit soziologische Diagnosen, die er auf gestaltungspessimistische und utopistische Argumente hin prüft. So entlarvt Creydt beispielsweise die funktionale Differenzierung und das Reden von Komplexität als Hindernis für Gesellschaftsgestaltung: "Gesellschaftsgestaltung wird utopisch, wo Systeme sich gegenseitig als Fremdlinge begegnen." (113) Die Darstellung der Charakteristika moderner Gesellschaften und die sie beschreibenden Theorien konfrontiert Creydt mit einer Argumentation, die die kapitalistische Konstituiertheit vermeintlich moderner Sachverhalte auszuweisen sucht. Ziel ist es, die Schwäche soziologischer Theoreme über moderne Gesellschaften aufzuzeigen. Für die wissenschaftliche Beschreibung und Erklärung der behaupteten gesellschaftlichen Müdigkeit erweist sich für Creydt die Marx'sche "Kritik der Politischen Ökonomie" als fruchtbar.
Sandra Hartmann (SHA)
1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.42 | 2.262 | 2.22 Empfohlene Zitierweise: Sandra Hartmann, Rezension zu: Meinhard Creydt: Theorie gesellschaftlicher Müdigkeit. Frankfurt a. M./New York: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/12621-theorie-gesellschaftlicher-muedigkeit_15088, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 15088 Rezension drucken