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Albrecht Zunker

Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) Entwicklungsgeschichte einer Institution politikbezogener Forschung

Berlin: BWV Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH 2007; XV, 341 S.; geb., 39,- €; ISBN 978-3-8305-1474-9
Zunker hat die Geschichte der Stiftung Wissenschaft und Politik nicht nur aufgeschrieben, sondern sie fast dreißig Jahre selbst mitgestaltet – u. a. als deren stellvertretender Direktor. Es ist die Geschichte der Institutionalisierung eines Novums in der deutschen Wissenschaftslandschaft. Es sei den Gründern Anfang der 60er-Jahre um den Aufbau einer wissenschaftlichen Institution gegangen, die die Probleme, denen Politik sich im Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik stellen muss, als Aufgaben unabhängiger politikbezogener Forschung aufnimmt, um dadurch ihren Beitrag zur Klärung sich abzeichnender oder akuter Fragen zu leisten. Dieser Grundgedanke sei bis heute die Leitlinie der Arbeit des Instituts, so der Autor. Er zeichnet den langen Weg der Entstehung und Entwicklung der SWP über mehr als vier Jahrzehnte nach. In der Zeit haben sich auch die Inhalte gewandelt: Während anfänglich die nukleare Nichtverbreitung und Fragen der Rüstungskontrolle, Entwicklungen in der Sowjetunion und in Osteuropa oder die Ostpolitik der Verbündeten im Mittelpunkt standen, richtete sich der Blick in den letzten Jahren auf globale Entwicklungen und Risiken, auf nichtstaatliche Akteure, Rohstoffkonflikte, auf Aspekte der Energiesicherheit und des Klimawandels. Der Umzug von Ebenhausen nach Berlin sei mehr als ein Ortswechsel gewesen, so Volker Perthes, der amtierende Vorstandsvorsitzende der SWP. Er symbolisiere auch die Transformation der Stiftung zu einem „Think Tank, zu einer modernen Forschungs- und Beratungseinrichtung, die im nahezu täglichen Austausch mit der ‚Politik’ steht und in ihrer Arbeit gleichermaßen auf Wissenschaftlichkeit achten muss“ (X). Der Bedarf an unabhängiger außen- und sicherheitspolitischer Forschung und Beratung habe in Deutschland zugenommen. Perthes charakterisiert die SWP erstens als einen „Ort der leisen Töne“ (XI), an dem keine Diskussionen fürs Fernsehen stattfinden, und zweitens als unabhängige Institution. Daher seien im Stiftungsrat neben dem Bundeskanzleramt auch sämtliche Ressorts der Bundesregierung sowie alle Bundestagsfraktionen vertreten.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3 | 4.21 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Albrecht Zunker: Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) Berlin: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/28801-stiftung-wissenschaft-und-politik-swp_33980, veröffentlicht am 12.08.2008. Buch-Nr.: 33980 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken