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Ute Frevert / Wolfgang Braungart (Hrsg.)

Sprachen des Politischen. Medien und Medialität in der Geschichte

Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2004; 371 S.; kart., 26,90 €; ISBN 3-525-36274-9
In dem Band soll die These überprüft werden, das Politische habe sich durch die modernen Massenmedien und insbesondere das Fernsehen in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert, und die Demokratie habe sich in eine Mediokratie verwandelt. Die Autoren zeigen, inwiefern Politik schon immer über Medien kanalisiert und durch medial vermittelte Kommunikation konstituiert worden ist. Dabei werden verschiedene Epochen - Mittelalter, Dreißigjähriger Krieg, Weimarer Republik - ebenso behandelt wie verschiedene Medien des Politischen: Bücher, Flugblätter, Zeitungen, Denkmäler, Radio und Fernsehen. Zwei metatheoretische, zusammenfassende Beiträge schließen den Band ab. Aus dem Inhalt: Ute Frevert: Politische Kommunikation und ihre Medien (7-19) Klaus Schreiner: „sygzeichen". Symbolische Kommunikationsmedien in kriegerischen Konflikten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit (20-94) Jan-Dirk Müller: Publizistik unter Maximilian I. Zwischen Buchdruck und mündlicher Verkündigung (95-122) Michael Schilling: Medienspezifische Modellierung politischer Ereignisse auf Flugblättern des Dreißigjährigen Krieges (123-138) Jörg Requate: Die Zeitung als Medium politischer Kommunikation (139-167) Bettina Brandt: Von der Kundgebungsmacht zum Denkanstoß. Das Denkmal als Medium politischer Kommunikation in der Moderne (168-216) Jurij Murašov: Sowjetisches Ethos und radiofizierte Schrift. Radio, Literatur und die Entgrenzung des Politischen in den frühen dreißiger Jahren der sowjetischen Kultur (217-245) Lothar van Laak: „Wir nähern uns dem Zeitalter der Massenpolitik". Bertolt Brechts dialektisch-experimentelle Vorführung des „öffentlichen Zustands" im „Dreigroschenprozeß" (246-267) Hans-Jürgen Bucher: Die Medienrealität des Politischen. Zur Inszenierung der Politik im Fernsehen (268-303) Michael Diers: „Les représentants représentés". Reflexion von Bild und Politik in Andreas Gurskys „Bundestag, Bonn" (1998) (304-331) Ludwig Jäger: Sprache als Medium politischer Kommunikation. Anmerkungen zur Transkriptivität kultureller und politischer Semantik (332-355) Wolfgang Braungart: Irgendwie dazwischen. Authentizität, Medialität, Ästhetizität: ein kurzer Kommentar (356-368)
Florian Weber (FW)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.22 Empfohlene Zitierweise: Florian Weber, Rezension zu: Ute Frevert / Wolfgang Braungart (Hrsg.): Sprachen des Politischen. Göttingen: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/8876-sprachen-des-politischen_23197, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23197 Rezension drucken