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Michael Häder / Sabine Häder (Hrsg.)

Sozialer Wandel in Ostdeutschland. Theoretische und methodische Beiträge zur Analyse der Situation seit 1990

Opladen: Westdeutscher Verlag 1998 (ZUMA-Reihe); 286 S.; kart., 49,80 DM; ISBN 3-531-13328-4
Von einer Vielzahl jüngerer Studien über Bewertungen und subjektive Verarbeitungsformen des ostdeutschen Transformationsprozesses seitens der Betroffenen - die oftmals bloße Momentaufnahmen widerspiegeln - hebt sich dieser Band durch zwei Eigenschaften ab. Einerseits beruhen alle Teilstudien auf einer einheitlichen Datenbasis: der im Januar 1990 noch vom Institut für Soziologie und Sozialpolitik der Akademie der Wissenschaften begonnenen, seitdem in wechselnder Verantwortung jährlich durchgeführten Erhebungsreihe "Leben DDR/Ostdeutschland". Neben einem durchgängigen Fragensatz zu einzelnen Lebensbereichen (wie soziale Sicherheit, Arbeit usw.), der eine Vergleichbarkeit der zugrundeliegenden fünf Studien (1990-1993, 1996) ermöglichen soll, enthielten die Erhebungen auch vertiefende Fragen zu unterschiedlichen aktuellen Themen (z. B. lokale Netzwerke). Andererseits diskutieren die Beiträge - jeweils bezogen auf den behandelten Gegenstand - spezifische methodische Aspekte (z. B. Möglichkeiten der graphischen Analyse von Umfragedaten). Damit ist der Sammelband sowohl für eher methodisch Interessierte reizvoll als auch für Leser, die den Prozeß der Annäherung der neuen an die alten Bundesländer eingehender verfolgen wollen. Die Beiträge gehen auf ein Leipziger Symposium zurück, das 1997 im Rahmen eines DFG-geförderten Projektes über "Wandel der subjektiven Einstellungen der Menschen in Ostdeutschland" stattfand. Mit je fünf Autoren sind das ZUMA/Mannheim, das übrigens auch einen kumulierten Datensatz der Einzelerhebungen erstellt hat, und die Universität Leipzig gleich stark vertreten. Inhalt: Michael Häder: Wird die DDR im Rückblick immer attraktiver? Zur retrospektiven Bewertung der Zufriedenheit (7-37); Thomas Koch: Ostdeutsche Identitäten in der dualistischen Gesellschaft Bundesrepublik. Ein Modellierungsversuch (38-63); Karl-Dieter Opp / Helga Sievers: Politische Partizipation in Ostdeutschland (64-97); Johannes Huinink / Michael Häder: Der Einfluß des Alters und der Kohortenzugehörigkeit auf Kontrollverhalten, Zeitbewußtsein und Bedeutungszuweisung (98-122); Jürgen Dorbritz: Der Wandel in den generativen Entscheidungen in Ostdeutschland - ein generationenspezifischer Prozeß? (123-155); Jürgen H. P. Hoffmeyer-Zlotnik: Zur soziodemographischen Entwicklung in Ostdeutschland: Ein Vergleich 1990 mit 1996 (156-191); Sabine Häder / Siegfried Gabler: Euphorisch, kritisch oder resigniert? Analyse der Relation von Wichtigkeits- und Zufriedenheitsurteilen in Ostdeutschland von 1990 bis 1996 (192-220); Kerstin Hollerbach: Ranking oder Rating? Die Wahl der Skala in der Werteforschung (221-255); Dorett Jenkel / Susanne Lippert: Politische Proteste in Leipzig von 1990 bis 1996. Befragungen und Dokumentenanalysen im Vergleich (256-285).
Thomas Mirbach (Mir)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.313 | 2.37 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Michael Häder / Sabine Häder (Hrsg.): Sozialer Wandel in Ostdeutschland. Opladen: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/7525-sozialer-wandel-in-ostdeutschland_10019, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10019 Rezension drucken